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Gute Ratschläge für gute Menschen

OP-Buchtipp: William MacAskill: „Gutes besser tun“ Gute Ratschläge für gute Menschen

Wir alle kennen das Sprichwort: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“.

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Quelle: Ullstein Verlag

Das Gute, das in uns steckt, zeigt sich zumeist in Impulshandlungen, deren Katalysator unser schlechtes Gewissen ist: Naturkatastrophen, Kriege, soziales Elend – schnell ist das Portemonnaie gezückt, noch schneller der Fünf-Euro-Schein in der Spendenbüchse versenkt.

Das ist gut, doch es geht besser, meint William
MacAskill, der in Oxford einer der zurzeit populärsten Wissenschaftler ist. Und das als Philosoph.

MacAskill trifft mit seinen Thesen vom „effektiven Altruismus“ irgendwie den Nerv der Zeit, denn es gibt sie offenbar wieder vermehrt – jene Rückbesinnung auf humanistische Werte, jenen kollektiven Wunsch, anderen Menschen zu helfen, sich für die Gemeinschaft zu engagieren.

Es sind im wesentlichen simple marktwirtschaftliche Prinzipien, die der Autor von „Gutes besser tun“ auf das Helfen anwendet. Es geht um Angebot und Nachfrage, um das Verhältnis von Aufwand und Ertrag, kurz: um die Erkenntnis, dass man mit fünf Euro einem Menschen für begrenzte Zeit oder einem ganzen Dorf für mehrere Jahre helfen kann. MacAskill erklärt seine Thesen mit plastischen Beispielen, die belegen, dass klare kreative Köpfe die besseren guten Menschen sind.

Das Verhältnis von 
Aufwand und Ertrag

Nun erhält nicht jeder von uns die Chance, wie der Südafrikaner Fred Field selbst eine Wasserpumpe zu konstruieren, die gleichzeitig ein Spielplatzkarussell ist, auf dem fröhliche Kinder dafür sorgen, dass daheim bei Mama fließendes Wasser aus dem Hahn läuft.

Also bleibt bei bester sozialer Intention häufig nur die Geldspende. MacAskill gibt seinen Leserinnen und Lesern Instrumente an die Hand, mit denen sie bewerten können, welcher Hilfsorganisation sie ihr Geld anvertrauen sollten.

Der junge Wissenschaftler hat mittlerweile auch eine Karriereberatung für Menschen gegründet, deren Ziel es ist, in einem möglichst sozial sinnvollen Umfeld zu arbeiten – und das möglichst mit einem Gehalt, das regelmäßiges Spenden ermöglicht.

Apropos regelmäßig spenden: Das sollte jeder tun, quasi als soziales Fitnesstraining, damit nicht die Lust schwindet, Gutes zu tun. MacAskill hat noch weitere Tipps für die Leser seines Buchs bereit: Er rät Altruisten dazu, sich einen Plan zu entwerfen für das eigene Handeln.

Er schlägt vor, sich auf der Website  effectivealtruism.org mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Und er propagiert, was wir unter dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ kennen: den Austausch über das eigene Denken und Handeln mit Freunden, Bekannten und Familie.

  • William MacAskill: „Gutes besser tun“, Ullstein Verlag, 288 Seiten, 18 Euro.

von Carsten Beckmann

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