Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Gute-Laune-Sound im Novembergrau

Barrelhouse Jazzband Gute-Laune-Sound im Novembergrau

Die Barrelhouse Jazzband hat schon 60 Jahre auf dem Buckel und ist ein echtes Urgestein des Jazz. Von Müdigkeit war aber nichts zu spüren beim Konzert am Dienstagabend.

Voriger Artikel
Kleines Gespenst verzaubert Kinder
Nächster Artikel
Karriere mit der Mundharmonika

Volle Kraft voraus: Die Barrelhouse Jazzband präsentierte auf der Bühne des Konzertsaals im Ernst-von-Hülsen-Haus mitreißenden klassischen Jazz.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Noch immer macht die Band ihre Fans absolut glücklich, so auch am Dienstag bei dem Konzert im ausverkauften Konzertsaal des Ernst-von-Hülsen-Hauses. In allerbester Stimmung erschienen die Musiker auf der Bühne und legten gleich mit einem solchen Tempo los, dass sich dem kein Zuhörer entziehen konnte. Das war Temperament und Spielfreude, Charme und gute Laune pur, das beste Mittel gegen das vorherrschende Novembergrau. „Living the music“ hieß das Motto des Abends, und das glaubte man aufs Wort.

Die Barrelhouse Jazzband hat sich ganz dem klassischen Jazz verschrieben, im Konzert starteten die Musiker mit einem ihrer ältesten Stücke. „Wir lassen hundert Jahre Jazz lebendig werden!“ rief Bandchef Reimer von Essen dem Publikum zu und schnappte seine Klarinette. Er zauberte die schönsten Klangbilder auf dem Instrument, ließ es summen und singen. Ihm zur Seite standen Horst Schwarz, der die Posaune blies, und Frank Selten mit dem Saxophon - zusammen sind sie eine ausdrucksstarke Bläserfraktion. Michael Ehret, ein Musiker aus Marburg, bearbeitet sein Schlagzeug mit Energie und Leidenschaft, während Pianist Christof Sänger virtuos die Finger über die Tasten gleiten ließ. Roman Klöcker, ebenfalls ein Marburger, zupfte fleißig das Banjo dazu, das Fundament schuf Cliff Soden mit seinem gleichmäßig und beständig tickenden Kontrabass.

„Die kreolische Seite des Jazz hat uns immer interessiert“, erzählte Reimer von Essen später. In New Orleans hätten viele Musiker französischer Herkunft gelebt, etliche mit schwarzem Hintergrund. Eine spannende Mischung. Und sogleich spielte die Gruppe einen Song von Jelly Roll Morton, einem Jazzkomponisten der ersten Stunde. Es war ein durch und durch romantisches Stück, das der Jazzer für seine Frau geschrieben hat.

Dem frühen Swing rechnet man „I‘m crazy about my baby“ von Fats Waller zu. Das flotte und zupackende Stück stammt aus dem Jahr 1926. Hier konnte Bandmitglied Horst Schwarz seine starke und ausdrucksvolle Stimme zum Einsatz bringen.

Häufig hat die Barrelhouse Jazzband auch den Blick über den Tellerrand gewagt und ihrer Musik Elemente aus Funk und Gospel beigemischt. Karibische Einflüsse zeigte der Song „The barrelhouse showboat“ von Horst Schwarz, der wie ein bunt geschmückter Paradiesvogel daher kam.

Der zwingende Rhythmus wirkte ansteckend, und schon bald war die Stimmung im Saal auf dem Höhepunkt. Ein ums andere Stück begeisterte die Fans, und am Ende schnippten und klatschten alle mit.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr