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Grusical „Mad Night“ ruft die Geister

Musical Grusical „Mad Night“ ruft die Geister

„Mad Night“, also „verrückte Nacht“ heißt das Musical, das die Turmwerkstatt Amönau am kommenden Donnerstag zum ersten Mal präsentieren wird. Und so langsam spielt auch das Musical-Dorf Amönau verrückt, denn die Proben gehen in die Endphase.

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Schneiderei und Maske machen aus den Darstellern mit viel Kunstfertigkeit grotesk-gruselige Wesen aus einer anderen Zeit.Fotos: privat

Amönau. Und es ist noch soviel zu tun für die rund 60 Laiendarsteller, für das Regieteam Brunhilde Heß und Eckhard Scherer, für die Musiker und die vielen Akteure, die seit Monaten Kostüme schneidern, Perücken herstellen und raffinierte Masken ausklügeln. Risse und Furchen müssen mit Silikonpaste auf die Gesichter gebracht werden, eigenwillige Nasen, Tränensäcke oder ein markantes Kinn gilt es zu modellieren. Barock-Perücken bekommen mit viel künstlichem Staub den richtigen „Gruft-Effekt“, und die wunderschönen Kostüme müssen den gerade erst mit viel Arbeit hergestellten Glanz gleich wieder mit Staub und Spinnweben bedecken.

Oskar, der Ahnen-Flüsterer

Schon zum sechsten Mal stellt die Turmwerkstatt Amönau ein solches aufwändiges Musical-Ereignis auf die Beine, aber von Routine kann keine Rede sein. „Wir sind total aufgeregt“, sagt Brunhilde „Bruno“ Heß, man sieht ja immer erst ganz am Ende, wie es gelungen ist.“ Seit Sommer des vorigen Jahres wurde das Stück vorbereitet. Seit Wochen proben die Darsteller im Alter von zehn bis 70 Jahren. Für Beleuchtung, Akustik und Spezialeffekte wurden Profis engagiert, um eine wirklich authentische Atmosphäre zu garantieren. Mit dabei sind auch die Mitglieder der Gruppe Ruffnix, Tänzerinnen, Gesangssolisten, eine Flötistin und eine Bratschistin - sie interpretieren die elf Songs, die Scherer extra für die „verrückte Nacht“ komponiert hat - Balladen, Rock und Pop kombiniert mit klassischen und barocken Elementen. Seine Schwester Angelika Salomon hat die choreografische Arbeit übernommen, viele schweißtreibende Übungsstunden werden seit Wochen unter ihrer Anleitung abgehalten.

Die Geschichte dreht sich um Oskar, der nicht gerade ein cooler Typ ist - er forscht nämlich in alten Schriften und beschäftigt sich mit den Ahnen des Burghofes. Doch als er herausfindet, dass er eben diese Ahnen erscheinen lassen kann, wenn es ihm nur gelingt, drei magische Gestalten herbeizurufen, wittert er seine Chance.

Denn mit dem Spuk, der sich in der „Mad Night“ auf sein Tun hin entfaltet, kann er seine große Liebe Lara schwer beeindrucken. Schaurig-schöne Gestalten wie Eleonore von Greifenklau samt ihrem Gesinde oder der grauenhafte „Kopf des Geköpften“ sorgen für einen makaber-komischen Blick in die Vergangenheit.

„Es werden jede Menge Familiengeheimnisse gelüftet“, erzählt Heß, die das Barockzeitalter mit seiner optischen Opulenz gereizt hat. Die Gespenster geraten in immer neue witzige Verwicklungen - „das wird sehr unterhaltsam“, verspricht die Regisseurin. Betrug, Eifersucht und Mord finden sich in der Vergangenheit der Gespenster und sie sind auch nach Hunderten von Jahren noch ziemlich sauer auf ihre Verwandten.

Mit „Mad Night“ wollen sie und alle ihre Mitstreiter das Publikum einen Abend lang in eine andere Welt versetzen, es verzaubern und alle Sinne verwöhnen. Zwei Stunden wird das Stück etwa dauern, „großes Familientheater für alle“, verspricht Heß.

Ahnen schreiten durch geheimnisvolles Tor

Ganz wichtig für die Geschichte ist das Tor, das zentral auf der oberen Bühne steht und den Burghof sowie den Eingang zur Gruft der Ahnen symbolisiert.Es wurde extra für das Stück in vielen Arbeitsstunden hergestellt. Es öffnet seine Türen immer dann, wenn die Ahnen in die Gegenwart schreiten.

Und da das Tor nicht von alleine öffnet oder schließt hat die Regie eine Idee erarbeitet, die zum Schluss noch für eine Überraschung sorgen soll - und natürlich nicht verraten wird.

  • Den Gesamteffekt kann man bei der Premiere am Donnerstag, 25. Juli, ab 21 Uhr am Rapunzelturm in Amönau erleben. Weitere Aufführungen gibt es am 26., 27. und 28. Juli sowie am 1., 2., 3. und 4. August, immer ab 21 Uhr.
  • Karten sind erhältlich bei der Sparkasse in Wetter sowie bei Weber-Bürosysteme und Optik Zietlow. Außerdem telefonisch bei Heinz Assmann (06423-926943) und Bernd Dersch (06423-4286) und in Marburg bei der Tourist-Information, Pilgrimstein 26.

Von Heike Döhn

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