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Gruselspaß mit Störenfrieden

Theater Gruselspaß mit Störenfrieden

Herrlich quirliges Theater bot das Bonner Ensemble Marabu bei der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche KUSS - „Der Sandman“ ist ein augenzwinkernder Grusel-Spaß.

Marburg. „Der Sandmann“ ist ein Klassiker der schwarzen Romantik von E.T.A. Hoffmann. Und der Pianist, der vor das Publikum im Theater am Schwanhof trat, wollte doch eigentlich nur unter Begleitung romantischer Klaviermusik aus der Schauergeschichte um Nathanael und seine schrecklichen Erlebnisse mit dem Augen herausreißenden Sandmann vortragen.

Schlimm genug, dass die gesamte Bühne mit Sand bedeckt ist. Aber dann entsteigt seinem Klavier auch noch ein seltsames Pärchen, dass nicht nur seine Lesung stört. Mit seinen Kartoffelsack-Puppen nistet es sich auf der Bühne ein und fängt sein eigenes Spiel an. Und steigert sich in eine solche Furcht vor dem Sandmann hinein, dass dem Pianisten nichts anders übrigbleibt als sie zu beruhigen wie zu groß geratene Kinder.

„Der Sandmann“ ist ein pfiffiges und ironisches Spiel mit den Versatzstücken der Schauerromantik und mit kindlicher Lust am Grusel. Da steigt seltsamer Rauch aus einem Schrank, von der Decke rinnt fein und beängstigend der Sand und Emaille-Augen werden abgerissen.

Das Theater Marabu besticht dabei mit einer Fülle von originellen Ideen und großartigen schauspielerischen Leistungen. Alle drei Darsteller spielen mit so viel feinsinnigem Witz, dass das Publikum aus dem Lachen gar nicht mehr herauskam. Intelligente Unterhaltung für Kinder und Erwachsene mit Tempo und einer kleinen Prise Grusel.

Von Heike Döhn

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