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Gruselklassiker wird zum Kopfkino

Marburger Hoertheatrale Gruselklassiker wird zum Kopfkino

Theater hören? Die Marburger Hörtheatrale führt es vor – live, spannend und sehr professionell: vom 11. bis 18. August findet auf der Waldbühne nahe Spiegelslust der 4. Marburger Hörtheater-Sommer statt. Im zentrum steht "Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll & Mr. Hyde".

Marburg. Der Schauspieler Daniel Sempf, Gründer und künstlerischer Leiter der Marburger Hörtheatrale, hat ein Faible für britische Autoren des 19. Jahrhunderts. Nach Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes und nach Bram Stokers Dracula hat er nun einen weiteren britischen Klassiker für die Hörtheatrale bearbeitet: Robert Louis Stevensons „Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll & Mr. Hyde“ aus dem Jahr 1886. Was der Schotte Stevenson (1850 – 1894) nicht ahnen konnte: Die Novelle sollte enorme Auswirkungen auf die moderne Horrorliteratur haben, ja selbst Comic-Helden wie Hulk oder die zerrissenen Figuren aus Batman oder Spiderman basieren auf der Doppelidentität des braven Dr. Jeckyll, der unter dem Einfluss eines Medikaments zum rücksichtslosen Hyde mutiert.

Seit Dezember arbeitet Daniel Sempf an der Hörspielfassung des Romans: Er hat den Prosatext in eine spielbare Form gegossen. „Stevensons Roman hat einen mystischen und gruseligen Charakter. Er eignet sich hervorragend für ein Hörspiel“, sagt Sempf.

Ben Streibig ist wie bei den vergangenen Produktionen für die Soundkulisse verantwortlich, die man am besten mit dem Wort Klanglandschaften umschreiben kann: Fußgetrappel und knarrende Türen unterstreichen die Atmosphäre des Stücks. „Ben hat jede Menge Geräusche gesammelt und 300 verschiedene Soundszenen zusammengestellt“, sagt Sempf begeistert. Präsentiert wird das ganze im Surround-Sound – das Publikum sitzt auf der Bühne vor dem Kaiser-Wilhelm-Turm also mittendrin in der Geräuschkulisse. Hinzu kommt eine aufwändige Lichttechnik, bei der das Hessische Landestheater die Hörtheatrale mit Material unterstützt. Wie zuletzt Bram Stokers „Dracula“ wird auch Robert Louis Stevensons „Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll & Mr. Hyde“ szenisch interpretiert. „Wir werden diesmal sehr stark mit Schatten arbeiten“, erklärt Sempf. In weiteren Rollen sind Franziska Knetsch, Thomas Streibig, Stefan Gille und Michael Köckritz zu hören. Sie alle spielen oder spielten am Hessischen Landestheater Marburg.

Service

„Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll & Mr. Hyde“ ist die 8. Produktion der Marburger Hörtheatrale. Sie steht im Zentrum des 4. Marburger Hörtheater-Sommers. Das kleine Festival findet vom 11. bis zum 18. August auf der Waldbühne vor dem Kaiser-Wilhelm-Turm statt. „Dr. Jeckyll & Mr. Hyde“ hat am Sonntag, 11. August, um 21 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen sind am13., 14., 15., 16., 17. und 18. August jeweils ab 21 Uhr (Einlass 20 Uhr). Die Aufführungen dauern rund zwei Stunden mit Pause.

Die Hörtheatrale bietet einen Busshuttle an: Der Bus fährt ab 19.40 Uhr im 20-minütigen Rhythmus vom Parkplatz am Theater am Schwanhof ab. Wenige Parkplätze gibt es am Kaiser-Wilhelm-Turm, viele am Klinikum Lahnberge.

n Am 14., 15. und 18. August ist jeweils ab 16.30 Uhr das Grimm‘sche Märchen Rapunzel zu hören. Die Auffführungen dauern etwa 45 Minuten.

n Karten gibt es unter anderem in den OP-Geschäftsstellen im Schlossberg-Center und Franz-Tuczek-Weg sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen. Im Internet unter:www.diehoertheatrale.de

von Uwe Badouin

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