Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Großer Zauber im kleinen Märchenreich

Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche Großer Zauber im kleinen Märchenreich

Eine große Vielfalt des aktuellen deutschen und zunehmend auch internationalen Kinder- und Jugendtheaters ist seit Sonntag am Hessischen Landestheater zu sehen und manchmal zu bewundern.

Voriger Artikel
Die Machenschaften der Geheimdienste
Nächster Artikel
Haariger Betrüger bezirzt mit Schmäh

Großartige Gastgeber im Märchenhaus: Sabine Zeininger und ­Peter Rinderknecht.

Quelle: Karolin Back

Marburg. Letzteres gilt etwa für „Johannes und Margarethe“, eine Ko-Produktion des Jungen Ensembles Stuttgart und des Theaters Winterthur aus der Schweiz. Diese „Hänsel und Gretel“-Adaption atmete den ganzen Zauber, zu dem Theater fähig ist.

Die Zuschauer – leider bei dem Festival viele Große und weniger Kleine – betreten durch eine niedrige Tür ein kleines Märchenreich: die Wohnung von Johannes und Margarete. Es gibt dort viel zu entdecken: Tannen, Holz, ein Vogelnest, einen großen schwarzen Vogel und jede Menge Mobiliar. Gemütlich sieht es aus, auch wenn die kleinen Besucher auf dem Boden Platz nehmen müssen.

Johannes und Margarete sind in die Jahre gekommen. Sie erzählen den Besuchern ihre Geschichte, es ist die von zwei kleinen Kindern, die von ihren Eltern im Wald ausgesetzt wurden, die echten Hunger litten und schließlich in die Fänge einer Hexe gerieten.

Vogelstück lässt Wünsche offen

Immer schwingt unterschwellig das Trauma mit, das sie erlitten haben – und doch erzählen sie, ganz nah an ihrem Publikum, mit Worten und Musik von Hoffnung und Glück, von Liebe und Vertrauen. Ein wunderbares und sehr intensives Stück Kindertheater mit einem stillen Witz und zwei großartigen Darstellern.

Musik spielte auch eine zentrale Rolle in „Die Harmonie der Gefiederten“ vom belgischen Agora-Theater, die mit ihren einfallsreichen Produktionen schon mehrfach den Preis des Marburger Festivals gewonnen haben. Auch diesmal sind sie ein hohes Risiko eingegangen mit ihrer skurrilen Geschichte über die Gesellschaft der Vögel, die nach und nach zum Abbild der menschlichen Gesellschaft wird. Diesmal ging die Rechnung nicht ganz auf. Wenn die acht schrägen Vögel dort auf der Bühne Familienstrukturen hinterfragen, blieb vieles beliebig.

Programm am Freitag:

  • A mano – Von Hand gemacht/6+: KUSS: 10 Uhr, Hessisches Landestheater; Theater Am Schwanhof, Schwanhof 68, Marburg.
  • Wertherschlachten/14+: KUSS: 11 Uhr; Theater Am Schwanhof. Präsentation der Workshopergebnisse: KUSS: 16 Uhr, Theater Am Schwanhof.
  • Tomorrow‘s Parties/15+: KUSS: 19.30 Uhr; Theater Am Schwanhof, anschließend ab 22.45 Uhr Party.

Das Festival endet am Samstag um 18 Uhr mit der Preisverleihung im Theater am Schwanhof. Im Anschluss zeigt das ­Vorstadt-Theater aus Basel seine „Bambi“-Version.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr