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Große Musik mit kleinem Orchester

Stadtallendorfer Adventskonzerte Große Musik mit kleinem Orchester

Mit dem traditionellen 
Eröffnungskonzert des Collegium musicums 
begannen am ersten Advent die Stadtallendorfer Adventskonzerte, bei dem die Laienmusiker wieder durch fabelhafte Solisten unterstützt wurden.

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Georgi Kalaidjiev, Leiter des Collegium musicum, spielt auf der Geige.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Bereits zum 35. Mal finden dieses Jahr die Stadtallendorfer Adventskonzerte statt, die von der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis Stadtallendorf organisiert werden. Traditionell eröffnet wurden sie am ersten Adventssonntag mit dem Collegium musicum.

Die 30 Laienmusiker rund um Georgi Kaleidjiev hatten sich wieder tolle Solisten zur Unterstützung gesucht und auch wieder ein anspruchsvolles Programm. So erklang am Ende des Konzerts Mozarts wunderschöne Sinfonie Nr. 40, die für 
die Laienmusiker bei den Proben zuerst aber „harte Kost“ war, wie Ingeborg Schmidt, erste Vorsitzende des Vereins, beschrieb.

Doch die Mühen hatten sich wie immer gelohnt. Natürlich waren der Klang und der Raum für Steigerungen des kleinen Streichorchesters nicht so umfassend wie bei einem großen Sinfonieorchester – im April 1791 wurde unter der Leitung von Antonio Salieri die Sinfonie mit 160 Musikern aufgeführt. Doch die Laienmusiker bewiesen, dass Mozarts Werk auch in kleinerer Besetzung einfach große Musik ist. Besonders in den kraftvollen Partien ließen sich die Musiker vom energischen Spiel ihres Leiters Georgi Kaleidjiev mitziehen, der spielend das Orchester leitete.

Konzentrierte und ruhig Interpretation

Der bulgarische Geiger trat beim ersten der vier Adventskonzerte auch als Solist auf. Beim Violinkonzert Nr. 1 des belgischen Komponisten Jean-Baptiste Accolay unterstrich Kaleidjiev in den schnellen Läufen sein Können. Hier zeigte sich auch, wie wichtig er für die Laienmusiker ist. Denn ohne ihn als Zugpferd wirkte die erste Geige etwas unsicherer.

Bei der Mozart-Sinfonie wurde das Collegium musicum erneut von Bläsern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Gießen ergänzt. Der Oboist Peter Sanders trat aber auch als Solist beim wunderschönen Konzert für Oboe von Alessandro Marcello auf. Konzentriert und ruhig interpretierte Sanders die fantastischen Solo-Partien und faszinierte vor allem beim langsamen zweiten Satz, bei dem er die langen Melodiebögen mit wenig Atempause meisterte.

Ein feiner Klang mit reizenden Trillern, dem sich das Collegium musicum als guter Partner erwies. Auch die Cellistin Victoria Krasteva unterstützte nach ihrem herrlichen Soloauftritt bei der Mozart-Sinfonie das Orchester. Das ruhige Lentement aus Rachmaninovs Vocalise Nr. 14 bot einen tollen Kontrast zur flinken hohen Oboe des Marcello-Konzerts zuvor.

Beim zweiten Adventskonzert am kommenden Sonntag steht barocke Trompetenmusik auf dem Programm. Philip Schütz, Leiter der evangelischen Sing- und Musikschule in Stadtallendorf, und Florian Balzer, Orchestertrompeter der Bochumer Symphoniker präsentieren mit den Kurhessischen Barocksolisten einen Auszug der unterschiedlichen Facetten des Barocks mit Werken von Vivaldi, Telemann, oder Manfredini.

von Mareike Bader

 
 
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