Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Gregor Meyle macht eben glücklich

Kultursommer Gießen Gregor Meyle macht eben glücklich

Hinter der Bühne Ingwertee trinken und mit der Band „Wer bin ich?“ spielen: Das Leben als Rockstar habe er sich eigentlich anders vorgestellt, sagt Gregor Meyle und lächelt breit.

Voriger Artikel
Ein wilder Tanz im Hexenkessel
Nächster Artikel
Das freie Spiel der Kunst

Liedermacher Gregor Meyle begeisterte am Samstagabend 2 000 Fans im Zeltpalast des „Gießener Kultursommers“.Foto: Stephan Scholz

Gießen. Im Rahmen seiner aktuellen Tour „New York - Stintino“ machte der sympathische Sänger und Liedermacher vor ausverkauftem Haus beim „Gießener Kultursommer“ an der Lahn Station. Ein echtes Ereignis, gerade weil Meyle keinerlei Berührungsängste mit den rund 2000 Fans im Zeltpalast hat.

Im Gegenteil: Das Publikum, in dem alle Altersgruppen vertreten waren, erlebte einen Star zum Anfassen, der immer für einen Spaß gut war. Er sei nämlich schon mal Animateur gewesen, witzelte der Künstler, der seine Zuhörerschaft folgerichtig regelmäßig zum Mitmachen aufforderte.

So stimmte er nach kurzer Einweisung der Gäste, die sich nicht zweimal bitten ließen, den Song „Don‘t worry, be happy“ an. Die Aufgabe der Fans: Die „Ohs“ des Refrains sollten mitgemacht werden. Mit Meyle vorne als Dirigent klappte das geradezu famos. Auch bei einer ähnlichen Aufgabe, als die Besucher in „Live is life“ einstimmen sollten, was ebenfalls zur Freude von Star und Anhängerschaft prima geklappt hat.

Apropos Star: Allüren kennt Meyle ganz offensichtlich nicht. Lächelnd erzählt er vor vollem Haus, dass er vor kurzem unterwegs war, um Klopapier zu kaufen. Plötzlich hielt ein Auto am Zebrastreifen: ein Blitz und weg war das Fahrzeug, das einen verblüfften Liedermacher zurückließ. „Die haben mich jetzt wahrscheinlich mit Klopapier im Wohnzimmer hängen“, witzelte der Gast, der in Gießen allerdings natürlich nicht nur erzählte.

Zusammen mit seiner Band stellte er nichts weniger unter Beweis, als dass er es musikalisch schwer drauf hat. Freunde von deutschem Rock, Pop und dem ganz eigenen Meyle-Stil kamen sicher voll auf ihre Kosten bei dem Konzert.

Klar, in erster Linie lag das an der klaren, warmen und facettenreichen Stimme des Liedermachers, der Songs wie „Ich glaub an Dich“ und „Schau mich nicht so an“ vom 2014er Album „New York - Stintino“ oder „Das Schlimmste ist vorbei“ vom Vorgänger „Meile für Meyle“ darbot.

Das Schöne an diesen Songs, zu denen es ganz häufig eine Geschichte aus dem Leben gibt, ist, dass der Sänger regelmäßig die vielen kleinen Eigenheiten des Alltäglichen trifft und pointiert. Kurz, das ist richtig feine Musik, die direkt ins Blut geht.

Zwar kündigte der Star am Samstag augenzwinkernd nur einen einzigen Song als echtes Tanzlied an. Wer sich aber im Zeltpalast umsah, der wurde eines Besseren belehrt. Überall tanzende Menschen und fröhliche Gesichter: Gregor Meyle macht eben glücklich.

Schön war‘s und ein echter Höhepunkt des Gießener Kultursommers, der am Sonntagabend mit der Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ endete.

von Stephan Scholz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr