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„Gold ist die Farbe der Götter“

Ausstellung in der Kunstapotheke „Gold ist die Farbe der Götter“

Mit Gold hat Norbert Amelung seine Fotografien veredelt – und damit ganz besondere Akzente gesetzt. Seine Bilder sind zusammen mit einigen Gemälden von Monika Amelung in der Kunst­apotheke zu sehen.

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Monika und Norbert Amelung vor einer der mit Blattgold veredelten Fotografien.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Norbert Amelungs Fotos zeigen viele Marburg-Motive: Die Elisabethkirche, das Schloss, den Hexenturm. Durch die kleinen, aufgemalten Goldmuster wirken sie geheimnisvoll und spannend. „Wir experimentieren viel“, erklärte der Künstler bei der Eröffnung der Ausstellung. Er habe schon mit Glas und Bauschaum gearbeitet, Gold habe er zum ersten Mal eingesetzt.

Die Geschichte des Goldes lasse sich 5000 Jahre zurückverfolgen, so Amelung weiter. „Gold ist die Farbe der Götter“, betonte er. Früher seien Totenmasken damit beschichtet worden, aber auch in heutiger Zeit komme Gold zur Anwendung. Die Siegessäule in Berlin bekam etwa 2011 einen neuen Anstrich.

Blattgold auf Öl oder Acryl

Im 14. Jahrhundert kam das Blattgold nach Europa und wurde zuerst von Mönchen im Kloster verarbeitet. Dann gab es Vergolder und Goldschmiede, die das edle Metall professionell 
in dünnen Schichten auf Gegenstände und Kunstwerke auftrugen.

Heute ist Blattgold nicht mehr besonders teuer. Ein Briefchen mit mehreren hauchdünnen Plättchen Gold kostet etwa sechs Euro. Norbert Amelung hat es mit einem feinen Pinsel auf das Klebematerial Öl oder Acryl aufgelegt und so seine Kunstwerke gestaltet.

Mit ganz klassischen Materialien arbeitet dagegen seine Frau Monika Amelung. Sie verwendet Acrylfarben, die in Kratz-, Schwamm- oder Kammzugtechnik aufgetragen werden. ­Ihre ansprechenden abstrakten Gemälde und Collagen leuchten in kraftvollen Farben und tragen Titel wie „Tanzender Mann“ oder „Fegefeuer“.

Die Kunstapotheke am Richtsberg gibt es seit September vergangenen Jahres. Seitdem hat der Verein Kultur und Kulturen vier Ausstellungen in den Räumen der ehemaligen Engel-Apotheke in der Friedrich-Ebert-Straße 25 organisiert. „Wir sind eine Wandergalerie“, erklärte Helga Pukall vom Projekt „Kultur und Kulturen“ des Netzwerkes Richtsberg. „Wir sind nicht unglücklich darüber, dass wir immer wieder umziehen müssen. Ich finde das Wanderkonzept sehr charmant.“

„Wir wollen auch Richtsberger Künstlern eine Chance geben“

Fast zwei Jahre war die Galerie in der Kunstoase am unteren Richtsberg beheimatet, dann wurde das Gebäude abgerissen. Nächste Stationen sind möglicherweise die Hauptpforte der Vitos-Klinik oder andere leerstehende Räume am oberen Richtsberg.

„Wir wollen auch Richtsberger Künstlern eine Chance geben“, sagte Pukall weiter. „Mit diesem Projekt ist eine sehr schöne Mischung entstanden. Die Kunst gibt Gelegenheit für viele Begegnungen.“

  • Die Ausstellung „Veredelte Werke“ mit Arbeiten von Norbert und Monika Amelung dauert noch bis zum 14. April und ist dienstags, mittwochs und donnerstags von 16 bis 18 Uhr in der Kunstapotheke zu sehen.

von Bettina Preussner

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