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Glückliche Preisträger aus Spanien

20. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche Glückliche Preisträger aus Spanien

„KUSS - Kuck! Schau! Spiel“ ist zu Ende: Die 20. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche hat einen würdigen Preisträger: Das Stück „A Mano - von Hand gemacht“ von der spanischen Companie El Patio.

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Glückliche Gewinner und glückliche Kinder: Diego
Salloa (oben von links), Izaskun Fernandez und Julian Saenz Lopez freuen sich über den Festivalpreis. Die Klasse 4a der Grundschule Großseelheim verbeugt sich bei der Workshoppräsentation.Fotos: Badouin

Marburg. Kurz vor der Preisverleihung am Samstagabend im Hessischen Landestheater wurden Jürgen Sachs und Michael Pietsch vom Festivalteam noch einmal richtig nervös. Die Preisträger aus der nordspanischen Stadt Logroño waren verschollen, irgendwo in Marburg. Die Compania El Patio war zum ersten Mal bei der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche KUSS zu Gast und hatte Publikum und Jury am Freitagvormittag mit ihrem wunderbaren Handtheater „A Mano“ begeistert. Am Abend waren sie dann beim MaNo-Festival die Stadt erkunden - und nun?

Jürgen Bandte, Vorsitzender des Freundeskreises des Hessischen Landestheaters, kündigte gerade den Festivalpreisträger an, da stürmten die drei Spanier in Mänteln auf die Bühne - auf den allerletzten Drücker. Zuvor hatten sie noch Abkürzungen durch Gärten genommen und waren mit Michael Pietsch mit Räuberleiter über Zäune gestiegen.

2000 Euro Preisgeld

Sichtlich überrascht nahm das sympathische Theatertrio den 1. Preis der 20. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche entgegen. Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro, das seit 17 Jahren von den Mitgliedern des Freundeskreises des Hessischen Landestheaters gestiftet wird. „Vielen Dank. Dieses Land gibt uns viel Glück. Wir haben nicht damit gerechnet, den Preis zu gewinnen“, sagten freudestrahlend Julian Saenz-Lopez, Izaskun Fernandez und Diego Solloa.

„Das Objekttheater Compania El Patio faszinierte Junge und Ältere auf spielerische und scheinbar mühelose Weise. Die filigranen Tonfiguren erwachten in Sekundenschnelle zum Leben; die Künstler atmeten ihnen im eigentlichen Sinne des Wortes Leben ein und der Zuschauer vergaß, dass es sich um Tonfigürchen und menschliche Hände handelte“, heißt es in der Begründung der Jury.

Der 2. Preis ging an die Hänsel-und-Gretel-Adaption „Johannes und Margarete“ vom Jungen Ensemble Stuttgart und dem Theater Winterthur: „Die Leistung der Schauspieler in diesem Stück war ohnegleichen, das Zusammenspiel war liebevoll und mitreißend. In dieser wunderschönen Inszenierung lebten Hänsel und Gretel tatsächlich - mehr oder weniger - glücklich weiter.“

Der 3. Preis ging an die Münchner „Schauburg“ für das Tanzstück „Intimate Stranger“: „Nachbarn aus fünf verschiedenen Nationen reden wenig und nur in ihrer jeweiligen Muttersprache, was natürlich zu Missverständnissen führt. Trotz dieser Verständnisschwierigkeiten gelingt es ihnen, sich in hinreißenden Tanzszenen einander anzunähern, musikalisch getragen von Jazz und Swing der 20er- bis 40er-Jahre“, meinte die aus Jugendlichen und Erwachsenen bestehende Festival-Jury.

2500 Besucher in 18 Vorstellungen

KUSS ging im Anschluss an die Preisverleihung mit einer mitreißenden Aufführung des Vorstadt-Theaters Basel zu Ende: Drei Darsteller präsentierten mit viel Witz und hoher spielerischer Intensität „Bambi“ nach dem berühmten Roman des Schweizers Felix Salten. Auch diese sehr unterhaltsame Produktion wäre sicherlich in die engere Auswahl für den Festivalpreis gekommen.

Bereits am Freitag präsentierten sich in der Waggonhalle vier der 95 Schulworkshops, die in der KUSS-Woche für 1600 Schüler angeboten wurden. Geleitet wurden sie von 25 professionellen Workshopleitern aus ganz Deutschland. „Wir mussten vielen Schulen aus finanziellen Gründen absagen. Es gab Anfragen von 119 Schulen für mehr als 2000 Schüler“, sagte die Workshop-Koordinatorin Birgit Peulings.

Im großen Saal des Theaters am Schwanhof präsentierten die Klasse 4a der Grundschule Großseelheim, die Klasse 6 der Carl-Strehl-Schule Marburg, die Klassen 5a und 5b der Hinterlandschule Biedenkopf und die Klasse 3a der Waldschule Wehrda Ergebnisse ihrer Arbeit.

Die Workshops sind von Beginn an das zweite große Standbein des Marburger Festivals, das Theater sehen und Theater spielen, Praxis und Theorie verbinde, wie Intendant Matthias Faltz betonte.

Die 20. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche war wieder ein Publikumserfolg. Rund 2500 Besucher sahen die 18 Vorstellungen. Alle Vormittagsvorstellungen waren komplett ausverkauft, die Abendvorstellungen nahezu, betonte Festivalchef Jürgen Sachs. „Es war ein würdiges Jubiläumsfestival mit einer tollen Atmosphäre.“

von Uwe Badouin

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