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Musik zum Träumen 
und Genießen

Gitarrist Antonio Malincolico im Turmcafé Musik zum Träumen 
und Genießen

Einmal mehr erwies sich das Café im Kaiser-Wilhelm-Turm am Samstag als idealer Ort für Konzerte: Es ist klein und gemütlich, schnell entsteht Clubatmosphäre, und man ist den Künstlern ganz nah. Dies gilt zumindest für eher stille Auftritte, wie der des Schweizer Gitarristen Antonio Malin­colico.

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Ganz hingegeben an die Musik: Antonio Malincolico mit seiner Gitarre.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Während draußen ein schöner Frühlingstag über Marburg zu Ende ging, saßen drinnen die Besucher schon lange vor dem Konzert bei Wein und kleinen Gerichten zusammen.

Antonio Malincolico wurde 1979 in St. Gallen geboren, hat aber seine Wurzeln in Italien. Er entpuppte sich als ein Meister auf der Gitarre. Er spielt mit äußerster Präzision, technischer Brillanz und rhythmischer Rafinesse, mit großer Hingabe und viel Empathie. Und vor allem: Er erzählt Geschichten auf seiner Gitarre.

Den Auftakt machte er am Samstag mit einer Komposition des Argentiniers Astor Piazzolla. Das heitere Stück beschrieb den Sommer in Buenos Aires, und man sah förmlich die Menschen an einem schönen Tag durch die Straßen flanieren. Es war ­eine Musik zum Träumen und ­Genießen.

Fröhlich gestimmt war auch die „Hymne“ an die schönen Frauen in der argentinischen Provinz. Der Gitarrist spielte­ mit großer Entspanntheit und Leichtigkeit, und so sah man auch hier die besungenen Schönheiten vor seinem geistigen Auge vorüberziehen. Ein eher ernstes Thema hatte das Lied „Alfonsina und das Meer“ von Ariel Ramirez. Es erzählte vom Freitod der argentinischen Dichterin Alfonsina Storni im Meer – ein sehr leises Stück voll Trauer und Schmerz, das der Musiker mit viel Feingefühl interpretierte.

Einfluss von südamerikanischer Folklore

Nach Brasilien führte ein weiteres Lied, das ein deutscher Freund Malincolicos geschrieben hat. Es nahm auch schwarzafrikanische Einflüsse auf und kam flott und temperamentvoll, bisweilen sogar ironisch daher. Die Zuschauer waren fasziniert vom ausdrucksvollen Spiel des Gitarristen und bedankten sich am Schluss mit viel herzlichem Applaus bei dem Künstler.

Antonio Malincolico hat an der Züricher Hochschule der Künste Gitarre studiert und sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Seine Reisen führten ihn durch Mittel- und Südamerika sowie durch den Nahen Osten. Der Tango und die südamerikanische Folklore nahmen Einfluss auf seine Musik. Die argentinische Gitarrenmusik, insbesondere die Kompositionen von Astor Piazzolla und Jorge Cardoso, bilden das Herzstück seines Schaffens.

Der Künstler war zunächst mit seinem Trio „Antonio Malincolico e Amici“ in der Schweiz, in Deutschland und Österreich unterwegs, ab 2013 folgten ­Solokonzerte, die ihn unter ­anderem nach Argentinien und Japan führten.

von Bettina Preussner

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