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Gigantischer Jazz in der Cavete

Aki Takase mit ihrem Trio 
„TAMA“ Gigantischer Jazz in der Cavete

Ein Piano-Trio begeistert am Dienstag die Jazzfreunde in der Cavete. Die Jazz-Initiative Marburg konnte die preis-überhäufte Pianistin Aki Takase mit ihrem Trio 
„TAMA“ für einen Abend der Extraklasse gewinnen.

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Die japanische Ausnahme-Pianistin Aki Takase begeisterte mit ihrem Trio „TAMA“ die Jazzfreunde in der Cavete.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Aki Takase gehört sicher zu den spannendsten Musikerinnen, eine Großmeisterin des freien Jazz, eine klassisch geschulte Virtuosin mit offenen Ohren und dem Gespür dafür, zwischen streng komponiertem und frei improvisiertem Zugang die musikalischen Gestaltungsräume unter Spannung zu setzen. Sie nimmt sich immer wieder neuer Themen an, um sie auf die ihr eigene Art facettenreich und eigenwillig neu zu interpretieren. Im Trio spielt sie mit dem Bassisten Jan Roter und Oliver Steidle am Schlagzeug.

Mit einem schlichten „guten Abend“ setzt sich die Japanerin ans Klavier und legt los. Obwohl es ein sehenswertes Erlebnis ist, wenn Takase filigran ihre Finger über die Tasten fliegen lässt oder auch mal den ganzen Unterarm für einen kräftigen Akkord verwendet, muss man die Tiefe ihrer Musik spüren und fühlen. Unzählige Konzerte und Plattenaufnahmen mit Größen der Jazzszene, wie Dave Liebman, Sheila Jordan, Cecil McBee, Lester Bowie, Bob Moses, Joe Henderson, Niels Henning Orsted Pedersen, Maria Joao oder Rudi Mahall, zeugen von der absoluten Weltklasse der Ausnahmepianistin Aki Takase.

Messerscharfe Akkorde

Das Trio lebt von einer kollektiven Improvisationslust. Im ständigen musikalischen Austausch spielen sich die Musiker freie Improvisation zu und verbinden sie zu einem virtuosen Ganzen. Fast in Gedanken versunken streicht Roter leise über die Saiten seines Kontrabasses, bevor er, angeheizt von Takases schneller werdendem Spiel, den Bogen gegen die Finger tauscht, um in schwindelerregend schnellen Disharmonien Paroli zu bieten.

Auch Oliver Steidle neigt zu unkontrollierten improvisatorischen Ausbrüchen am Schlagzeug. Er streicht, klickt und klackt mit allen Ecken und Kanten, die sein Schlagzeug zu bieten hat. Takase holt ihre Mitstreiter mit messerscharfen Akkorden immer wieder zurück zum Thema, rundet ab oder initiiert Stimmungswechsel.

Gigantischer Jazz, mitreißend und inspirierend, ein absoluter Leckerbissen für die Ohren, der eigentlich auf großer Bühne serviert werden sollte.

von Jan Bosch

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