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„Gießen hat letztendlich obsiegt“

Kunstausstellung „Gießen hat letztendlich obsiegt“

Unter dem Titel „Unterwegs“ sind derzeit Ölgemälde von Renate Brühl im Arbeitsgericht zu sehen. Die 93. Kunstausstellung in den Fluren des Gerichts ist vermutlich zugleich die letzte Einzelausstellung.

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Renate Brühl zeigt ihre oft rätselhaften Frauenbilder im Arbeitsgericht.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. „Wunder gibt es immer wieder“, sagte der Direktor des Arbeitsgerichtes, Hans Gottlob Rühle, bei der Vernissage vor rund 90 Kunstfreunden. „Aber ich gehe davon aus, dass das Gericht im Dezember geschlossen wird.“ Er selbst habe sich vor allem hinter den Kulissen für die Erhaltung des Standortes in Marburg eingesetzt, betonte Rühle. Aber Gießen sei in Wiesbaden stärker vertreten und „hat letztendlich obsiegt“.

Nach den Sommerferien soll es zum Abschluss eine große Doppelausstellung im Kunst-Forum geben. „Alle Künstler, die hier jemals ausgestellt haben, werden sich mit bis zu drei Bildern präsentieren“, erklärte der Direktor des Gerichtes. Voraussichtlich wird der erste Teil der Doppel-Schau im August eröffnet, der zweite im Oktober. Im Dezember ist dann bei der Finissage ein großes Abschlussfest geplant. Seit 1988 hat das Kunst-Forum im Gericht 93 Ausstellungen gezeigt.

Die Malerin Renate Brühl ist bereits zum zweiten Mal im Arbeitsgericht vertreten. Während sie 2005 vor allem ihre grafischen Arbeiten ausgestellt hat, stehen jetzt ihre Ölbilder im Mittelpunkt.

Rühle bezeichnete die Gemälde als farbenfroh, heiter, poetisch, manchmal rätselhaft. „Renate Brühl hat sich in den letzten Jahren viel mit dem Thema Frau auseinandergesetzt“, erläuterte Rühle. Ihre Bilder enthielten viele autobiografische Bezüge. „Sie nutzt die Mädchenporträts vielleicht auch, um etwas aufzuarbeiten.“ Die Darstellungen der Mädchen und Frauen seien häufig gemalte Träume, Visionen und Erinnerungen, oft genug vieldeutig und geheimnisvoll.

Rühle wies darauf hin, dass das Bild der Frau in der Kunst lange Jahre vom männlichen Blick dominiert war, sich aber vor allem im 20. Jahrhundert stark gewandelt habe. „Renate Brühl malt die Frauen nach ihrem Bild“, betonte er.

Die Ausstellung „Unterwegs“ ist bis zum 5. August zu sehen, geöffnet: Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 14.30 Uhr. In der Nacht der Kunst am Samstag, 18. Juni, ist die Schau von 19 bis 23 Uhr geöffnet.

von Bettina Preussner

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