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Gespräche 
mit Mördern

OP-Lesesommer: „Nachmittage mit Mördern“ Gespräche 
mit Mördern

Was macht einen Menschen zum Mörder? Was empfindet er bei der Tat, wie geht er mit ihr um, wenn er verurteilt im Gefängnis sitzt?

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Quelle: Fischer Verlag

Die Journalistin Sibylle Tamin hat sich im Gefängnis mit zehn Mördern getroffen und mit ihnen über ihre Tat gesprochen. Sie hat menschliche Tragödien kennengelernt, Abgründe ausgelotet und die Banalität erfahren, die hinter manch schrecklicher Tat steckt.

Der Ehemann, der seine nörgelnde Frau nach Jahren des Frusts erschlägt. Der Alkoholiker, der die viel ältere Geliebte erwürgt. Die Frau, die ihren Chef ersticht. Sie alle erzählen ihre Geschichte. Ob alles wirklich so war, bleibt offen. Die Autorin wertet nicht, schildert, was sie hört und wie sie die Täter erlebt. Der Rest passiert im Kopf des Lesers.

  • Sibylle Tamin: „Nachmittage mit Mördern“, Fischer, 320 Seiten, 9,99 Euro.

von Heike Döhn

 
Leseprobe
„Ach Worte“ sagte er und atmete aus, „ich bin Buchhalter. Wenn ich damals klug gewesen wäre, hätte ich den Ermittlern eine andere Geschichte erzählt. Und ein guter Anwalt hätte die Dinge juristisch plausibel gemacht. Fast aus jedem Mord lässt sich ein Totschlag machen. Wussten Sie das? Aber ich, wie ein Idiot, erzähle genau die Wahrheit. Ich hab mich mit der Wahrheit unverdient ins Lebenslängliche gebracht.“
 
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