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Gereimt, geschrien oder gesungen – egal

Poetry-Slam im Knubbel Gereimt, geschrien oder gesungen – egal

Ob der „Unglaubliche Hulk“ in Afghanistan vielleicht der „Ungläubige Hulk“ genannt wird? Fragen wie diese treiben Malte Rosskopf in seinen absurden Slam-Beiträgen um, die genauso schwer in Kategorien zu ordnen sind, wie das Konzept der Texterduelle an sich. Gereimt, geschrien, gesungen ist egal – Hauptsache gelacht, geweint und nachgedacht.

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Konfetti für den Sieger. Felix Lobrecht (ganz links) und Marvin Ruppert (ganz rechts) wussten Bescheid. Deutlich überraschter waren: (von links) Julian Heun, Dominique Macri, Malte Rosskopf und Temyr Tesfu.

Quelle: Jakob Kielgaß

Marburg. Mit viel Elan und einem Kopf voll bunter Knete zum Sieg also, denn Rosskopf setzte sich bei „Poetry in Echtzeit“ am Freitag im Knubbel gegen drei weitere Größen der Szene durch. Zunächst erzielte er mehr Punkte als Temyr Tesfu und Dominique Macri, danach setzte er sich schließlich auch per direktem Beifallduell gegen Julian Heun im Finale durch.

Veranstalter Felix Lobrecht und Marvin Ruppert aus Marburg konnten zufrieden sein, die Räume des Knubbel waren komplett voll, über 200 Karten erfolgreich an die Frau oder den Mann gebracht. „Moderation und Location waren super, hat richtig Spaß gemacht heute Abend“, lobte Jurastudent Rosskopf die Organisatoren.

Der Berliner gehört zu den vielen Slammern, die das zeitaufwendige Hobby mit dem Studium unter einen Hut bekommen müssen. Seit 2009 gehört der 26-Jährige zur Szene, er war durch ein Schulprojekt auf das Phänomen aufmerksam geworden. Temyr Tesfu, der eine Weile in Marburg studierte, erging es seinerzeit in der Hauptstadt ganz genauso.

Erfahrungen als junge Mutter

„Ich bin damals in eine ­Poetry-Slam-Infoveranstaltung, weil dafür bei uns Physik ausgefallen ist,“ schmunzelt Tesfu. „Heute mache ich das sozusagen hauptberuflich.“
Jeder Slammer hat seine ganz eigenen Schwerpunkte, Julian Heun beschäftigt sich beispielsweise gerne mit dem Gefühlsleben in Beziehungen, war früher nach eigener Aussage dabei „sehr zart“, doch irgendwann erfand der Berliner sich neu, „ich schrieb‘ nun Jedischte und wart Hart!“

Wenn es Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern gibt, dann vor allem in den ernsthaften Beiträgen, die ihre Zuhörer zum Nachdenken anregen sollen, über das was wirklich wichtig ist und wie man seine begrenzte Lebenszeit am erfüllendsten verbringen kann. „Ich habe für mich festgestellt, dass die glücklichsten Menschen meistens noch unter einem Meter groß sind,“ stellte Dominique Macri fest. Dabei verarbeitet die Marburgerin ganz besondere Erfahrungen als junge Mutter.

Ari Frank, Bita Alavi und Kübra Pekre, alle Zahnmedizinstudentinnen aus Marburg, waren begeistert, als eine der freiwilligen Jurys zu fungieren. „Wir sind alle schon öfter auf Slams gewesen. Da sind immer coole Leute und diesmal gibt es nach den Textbeiträgen ja auch noch eine Party,“ freute sich Ari Frank. Das neue Konzept, im Anschluss an die gesprochenen Beiträge eine Technoparty zu veranstalten, kam an.
Kein Wunder also, dass Lobrecht und Ruppert als Organisatoren weitermachen wollen. „Am 22. und 23. Mai planen wir einen Zwei-Tage-Slam, einmal im Knubbel und einmal Open-Air“, kündigte Lobrecht an.

von Marcus Hergenhan

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