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Geistreicher Dialog und gute Laune

Eckelshausener Musiktage Geistreicher Dialog und gute Laune

Vor zwei Jahren hatte die Kammerakademie Potsdam fulminant das 25. Jubiläum der Eckelshausener Musiktage eingeläutet. Erinnerungen daran wurden wach beim Start des 27. Festivals im Atrium der Roth-Werke.

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Der Oboist Ramón Ortega Quero und die Musiker der Kammerakademie Potsdam musizierten im Atrium der Roth-Werke vorm Publikum der Eckelshausener Musiktage.

Quelle: Thorsten Richter

Buchenau. Auch diesmal hielt es die 400 Zuhörer am Ende des Eröffnungskonzertes nicht auf ihren Sitzen und sie applaudierten im Stehen. Dank für ein Musikerlebnis, das nicht nur beim Zuhören, sondern auch beim Zuschauen eindringlich vermittelt hatte, was „Dialog“, so das Festivalthema, beim Musizieren bedeutet. Ganz auf Dialog abgestellt war gleich der Konzertauftakt am Samstag mit Georg Friedrich Händels G-Dur-Concerto grosso op. 6. Dort kommunizierte die von Konzertmeister Peter Rainer angeführte solistische Concertino-Gruppe in idealer Weise mit dem vollen Orchester. Das sprühte nur so vor guter Laune und Lebensfreude.

In Georg Philipp Telemanns Ouvertürensuite über Personen und Ereignisse aus dem tragikomischen Ritterroman „Don Quijote“ agierten die Musikerinnen und Musiker der Kammerakademie Potsdam wie Komödianten auf einer imaginären Bühne. Und in ihren Gesichtern spiegelte sich wider das Vergnügen an der Wiedergabe der sieben bildkräftig komponierten Episoden, die Rainer mit „Schlagzeilen“ anmoderierte. Die Potsdamer Elitestreicher erwiesen sich aber auch als brillante Virtuosen, etwa in dem fulminanten Orchestersturm, den sie im „Angriff auf die Windflügel“ entfachten.

Dieses lyrisch beseelte und dramatisch beredte Musizieren setzte sich fort in der g-Moll-Sinfonie von Anton Fils - eine hörenswerte „Ausgrabung“. Es prägte auch den geistreichen Dialog mit dem zweifachen „Echo-Klassik“-Preisträger Ramón Ortega Quero, der in zwei Bearbeitungen von Meisterwerken der Bach-Familie auf der Oboe zauberte. Mit feinem, geschmeidig-weichen, quasi von innen heraus leuchtenden Ton betörte er in den Sätzen von Johann Sebastian Bachs a-Moll-Violinkonzert und Carl Philipp Emanuel Bachs d-Moll-Flötenkonzert. Dessen finalen Fieberwahn durchmaß er mit atemberaubender Geschwindigkeit und überwand mühelos jede Klippe, sodass der Schlussbeifall und die Bravo-Rufe erst endeten, als die Zugabe erklang: ein langsamer Vivaldi-Satz, in dem der Oboist mit Konzertmeister Peter Rainer duettierte - Vorgeschmack auf den zweiten Auftritt der Kammerakademie Potsdam gestern Abend, wo das Vivaldi-Konzert in der Originalfassung für zwei Violinen gespielt wurde (Bericht folgt).

von Michael Arndt

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