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Geistergeschichte für die ganze Familie

Theater Gegenstand Geistergeschichte für die ganze Familie

Mit großem Aufwand bringt das Theater GegenStand den Charles-Dickens-Klassiker „Eine Weihnachtsgeschichte“ auf die Bühne der Waggonhalle. Am Samstag war Premiere.

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Der Geizhals Scrooge (Utz Lambert, links) trifft auf einen der Geister (Uwe Lange), die ihm seine Verfehlungen vor Augen führen.

Quelle: Gerd Sycha

Marburg. Man könnte ihn als Dagobert Duck des 19. Jahrhunderts bezeichnen: Ebenezer Scrooge, der ewige Geizkragen und gefühlskalte Onkel, wie er in Dickens‘ „Eine Weihnachtsgeschichte“ scheinbar gewissenlos durch das verschneite London stapft. Seit Samstag tut er das auch in der Marburger Waggonhalle, wo die „Geistergeschichte“ von Charles Dickens am Samstag in einer Inszenierung von Magdalena Kaim Premiere hatte. Natürlich vor ausverkauftem Haus.

Tatsächlich heißt Dagobert im Original nicht ohne Grund „Uncle Scrooge“, das dickenssche Ekelpaket stand für den Comicerpel Pate. Während die Trickversion aber durch drei muntere Neffen mit der Zeit weicher wird, brauchte das Original schon eher eine Schocktherapie. Drei Geister besuchen den alten Scrooge an Heiligabend und zeigen ihm seine Fehler aus Vergangenheit und Gegenwart auf, bis schließlich der „Geist der zukünftigen Weihnacht“ mit einemeinsamen Ende droht.

Diese übersinnlichen Maßnahmen zeigen Wirkung, Ebenezer wandelt sich zu einem wahren Wohltäter und Familienmenschen. Im Kern sind es also große Themen, die Dickens in seinem Stück auch jüngeren Lesern zugänglich machte, schließlich waren mangelndes Mitgefühl und soziale Ungerechtigkeit die gravierenden Probleme seiner Zeit.

Nebenrollen mit Laien besetzt

Magdalena Kaim hat die Bühnenfassung selbst geschrieben und inszenierte das Stück bewusst klassisch und jugendgerecht, wobei sie auf ein großes Ensemble aus 28 Schauspielerinnen und Schauspielern zurückgreifen konnte. „Wir haben im September mit dem Proben angefangen, die Hauptfiguren wurden mit Profis besetzt, während in den weiteren Rollen auch Leute mitwirkten, die noch nie zuvor auf der Bühne gestanden haben.“

Für Kaim, die neben ihrer Theaterausbildung und der Schauspielerei als Familientherapeutin arbeitet, ist es die 13. Inszenierung, wobei sie 17 Jahre Bühnenerfahrung einbringen kann. Das Resultat kann sich sehen lassen, Utz Lambert überzeugte als legendärer Geizkragen ebenso, wie die vielen weiteren Haupt -und Nebendarsteller. Thorsten Büchner etwa baute als Geist des alten Arbeitskollegen von Scrooge seine Sehbehinderung kreativ in die Rolle ein, inklusive Blindenstock.

Die aufwändigen Kostüme und das dreigeteilte Bühnenbild überzeugten die Zuschauer. Und insbesondere die Geister sorgten vor allem bei den jüngsten für leichten Grusel, so dass die eine oder andere Kinderhand im Affekt doch sicherheitshalber nach elterlichem Halt suchte.

Die Nachfrage nach dem Stück ist groß. Nahezu alle elf Vorstellungen sind ausverkauft.

Die weiteren Vorstellungen sind am

  • Samstag, 13. Dezember, um 15 und 18 Uhr
  • Sonntag, 14. Dezember, um 11 und 15 Uhr
  • Samstag, 20. Dezember, um 15 und 18 Uhr
  • Sonntag, 21. Dezember, um 11 Uhr.

Da Theater GegenStand einige Stühle mehr stellen kann als ursprünglich geplant, gibt es noch wenige Karten im Vorverkauf sowie Restkarten an der Tageskasse; Telefon: 06421 / 681267.

von Marcus Hergenhan

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