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Geister-Duo spukt im Rittersaal

Festival Geister-Duo spukt im Rittersaal

Es wird gruselig im Schloss: Ab Samstag spuken in dem ehrwürdigen Gemäuer das Schlossgespenst Elsbeth und das Gespenst von Canterville. Die Kinderoper, deren Helden sie sind, ist Teil der 3. Marburger Schlossfestspiele.

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Auch Gespenster kennen Reinlichkeit: Schlossgespenst Elsbeth (Annette Pfeifer) planscht im Rittersaal, bedrängt vom Gespenst von Canterville (Alec Otto). Foto: Heike Döhn

Marburg. Die von dem Freien Musiktheater musica europa ausgerichteten Festspiele stehen jedes Jahr im Zeichen eines anderen europäischen Landes, und diesmal ist es England.Und aus England kommt auch das Gespenst von Canterville ins Landgrafenschloss, das Oscar Wilde erdacht hat und dessen Geschichte den Hintergrund bildet für die Inszenierung von Kerstin Weiß.

Es ist nämlich versehentlich in einem Reisekoffer mit einem amerikanischen Touristen im Schloss gelandet und will nun unbedingt wieder nach Hause, um endlich Ruhe zu finden.

Gespenst von Canterville will nach Hause zurück

Dabei soll Schlossgespenst Elsbeth ihm helfen, das schon in den Vorjahren bei den Festspielen herumgeisterte. Diesmal wird es von Uhu Philipp unterstützt, und von Dr. Ohrwurm mit seinen zauberischen Fähigkeiten.

Komponiert hat die Kinderoper der 29-jährige Engländer Danyal Dhondy, der sich auf eine Ausschreibung hin beworben hatte und dessen Vorschläge Weiß am besten gefielen. „Er hat sehr atmosphärische Musik geschrieben, bei der in jeder Szene sofort die Stimmung klar ist und die Figuren klar charakterisiert werden“, sagt Weiß. Der Komponist hat eine klassische Ausbildung als Bratschist, hat Filmmusik geschrieben, aber auch schon Opern, unter anderem vor zwei Jahren eine Kinderoper nach Motiven von Rudyard Kipling. „Kinder gehen vorurteilsfreier an eine Oper heran als Erwachsene“, sagt Dhondy, „sie unterscheiden auch nicht zwischen zeitgenössischer Musik und klassischer Oper - für sie ist ja beides neu.“

Die Komposition habe ihn vor einige Herausforderungen gestellt - so sei es ungewöhnlich, dass mit dem Klarinettisten Ako Karim nur ein einziges Instrument mitwirkt, so dass er alle Möglichkeiten der Klarinette ausloten musste und sich nur auf ihren Klang und die Stimmen konzentrieren musste. Zudem müsse man für Kinder anders komponieren als für Erwachsene, sie hätten eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und bräuchten mehr „Action“.

Und die bekommen sie bei der gut einstündigen Inszenierrung, die im Rittersaal, im Schlosshof, unter der großen Uhr und in den Kasematten stattfindet. Ein bisschen gruselig ist es auch.

Elsbeth wird in diesem Jahr erstmals gesungen von der Mezzosopranistin Annette Pfeifer, das Gespenst von Canterville ist Alec Otto. Dr. Ohrwurm wird abwechseln vom Marburger Zauberkünstler Horst Lohr alias Juno und dessen Bruder Ulrich verkörpert. Premiere hat die Kinderoper am Samstag, 19. Juli, um 15 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es am 20. 24. 25. 26. und 27. Juli, jeweils mehrmals täglich, Einige der Aufführungen, an denen immer nur 30 Zuschauer teilnehmen können , sind bereits ausverkauft.

Nahezu ausverkauft ist auch die Premiere der Oper „Dido und Aeneas“, mit der die Schlossfestspiele am Freitag, 18. Juli, um 20 Uhr im Fürstensaal eröffnet werden. Die Oper von Henry Purcell ist eines der wichtigsten musikdramatischen Werke des Barock. Das internationale Sängerensemble wird begleitet von einem Barockensemble auf historischen Instrumenten und einem Kammerchor aus Marburg. „Dido und Aeneas“ ist auch am 24., 25. und 26. Juli jeweils ab 20 Uhr zu hören.

Außerdem gibt es am Samstag, 19. Juli, ab 19.30 Uhr noch ein Konzert mit dem Titel „Come heavy sleep“, ein Konzert mit der Sopranistin Sarah Maria Sun und Liedern, Tänzen und Briefen von John Dowland. Ihnen gegenübergestellt sind Stücke von Benjamin Britten. Das Konzert ist eine Kooperation mit den „Marburger Schlosskonzerten“.

Karten gibt es bei www.adticket.de und der Tourist-Information, Pilgrimstein 26. Alle termine gibt es unter www.musicaeuropa.de

von Heike Döhn

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