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Gedichte als Performance auf der Theaterbühne

Willi Schmidt präsentierte neues Buch Gedichte als Performance auf der Theaterbühne

„Festhalten was nicht festzuhalten ist“, heißt das neue Buch des Waggonhalle-Mitgründers Willi Schmidt.

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Willi Schmidt (rechts) inszenierte zusammen mit Hanna Nohr seine Gedichte.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Am Dienstag stellte er den Gedichtband, der im Schweizer Verlag Wolfnach erschienen ist, in der Waggonhalle auf ungewöhnliche Weise vor: Gemeinsam mit der Schauspielerin Hanna Nohr präsentierte er seine Gedichte in Form einer Performance. Als Requisiten dienten ihnen ein Bett, ein durch Strohballen dargestellter Heuschober und ein Erdhaufen.

Diese Dinge haben mit Schmidts Vergangenheit zu tun, dem Leben auf dem Lande und den damit verknüpften Erinnerungen. Häufig haben die Gedichte kein gutes Ende. Eben noch vergnügt sich der Erzähler mit der Geliebten Dotje im Heu, in der nächsten Szene findet sie den Tod: „Das Dotje liegt in unserem Ackerbach, hat sich ertränkt, wird nie mehr wach.“

Schmidt und Nohr blieben die meiste Zeit in Bewegung, drückten Liebe, Hass und Eifersucht durch Bewegungen und Blicke parallel zum Vortrag aus. Neben den Themen des Land- und Beziehungslebens hielt Schmidt aber auch mit deutlich vorgetragener Gesellschaftskritik nicht zurück.

So heißt es etwa im Gedicht „Von Natur und Menschen II“: Es nützt nichts, dem 
 Investmentbanker den Kopf abzuschlagen. Sofort wachsen neue nach. Es nützt nur, dass kein Mensch mehr Investmentbanker sein will.“

von Marcus Hergenhan

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