Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Gar nicht so witzige Komödie

Kino: „Miss Bodyguard“ Gar nicht so witzige Komödie

Reese Witherspoon geht in „Miss Bodyguard“ als Polizistin zur Sache. Sie muss die Frau eines Drogenbosses beschützen.

Voriger Artikel
Zwischen Sozialarbeiter und Mafiaboss
Nächster Artikel
Kunstverein zeigt „Bewegte Bilder“

Sofia Vergara (links) und Reese Witherspoon spielen die Hauptrollen in einer Buddy-Komödie.

Quelle: Warner Bros.

Nur die letzten Minuten von „Miss Bodyguard“ sind wirklich lustig. Leider kommen sie erst nach dem Filmende im Abspann der Buddy-Komödie. Dort werden neben den Namen der Schauspieler und Filmemacher die Outtakes mit den witzigsten und peinlichsten Szenen bei den Dreharbeiten gezeigt.

Da verpatzt Reese Witherspoon (39) ihren Text und bricht in Lachkrämpfe aus. Sofia Vergara (42) zieht den Reißverschluss ihres knallengen Kleids versehentlich zu weit auf, das Kamerateam freut sich. „Wir hatten so viel Spaß dabei, diesen Film zu drehen“, erzählte Regisseurin Anne Fletcher der „New York Times“.

Das glaubt man der 49-jährigen Filmemacherin gerne und ärgert sich umso mehr, dass die vielversprechende Paarung von Witherspoon und Vergara in dem Film gründlich daneben geht. „Miss Bodyguard“ (Originaltitel „Hot Pursuit“, also heiße Verfolgungsjagd) hätte spaßige Popcorn-Unterhaltung sein können.

Gags nutzen sich schnell ab

Oscar-Preisträgerin Witherspoon („Walk the Line“) mimt eine übereifrige Polizistin, die die Ehefrau eines Drogenbosses (Vergara) als Kronzeugin vor einem texanischen Gericht abliefern soll. Nichts läuft wie geplant. Nach einer wilden Schießerei muss das ungleiche Frauen-Duo vor Gangstern und korrupten Cops flüchten.

Latina-Star Vergara, aus der TV-Comedy „Modern Family“ bekannt, tippelt auf hohen Absätzen in gefährlich engen Kleidern neben der zwei Köpfe kleineren Reese Witherspoon in adretter Beamtenuniform her. Die Witze über die wackeligen Fluchtversuche auf hohen Absätzen nutzen sich schnell ab. Eine Kuss-Szene, in der sich die Frauen als lesbisches Liebespaar ausgeben, geht gründlich daneben.

Auch ihre Tarnung mit einem Hirschgeweih, um unerkannt an einer Polizeikontrolle vorbeizuschleichen, ist alles andere als witzig. Ihr mühsamer Versuch, durch ein kleines Toilettenfenster zu entkommen, ist einfach nur peinlich. Nicht einmal Hingucker-Latina Vergara als Luxusqueen Daniella Riva und Witherspoon, die zuletzt in „Der große Trip – Wild“ zur Höchstform auflief und sich damit eine Oscar-Nominierung holte, können diese flache Komödie retten.

Konzept hat Potenzial – Drehbuch weniger

Erst im Februar beim Empfang der Oscar-Nominierten hatte sich Witherspoon über „echt beschissene“ Rollen für Frauen in Hollywood beklagt. Der Mangel an starken Auftritten war mit ein Grund, dass die Schauspielerin eine eigene Produktionsfirma gründete, mit der sie unter anderem den Kino-Hit „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ produzierte. Auch bei „Miss Bodyguard“ hatte sie als Ko-Produzentin das Sagen.

Aus einer guten Rolle wurde aber nichts. Dabei hatte Witherspoon schon mit Schoßhündchen und pinkfarbener Garderobe in „Natürlich blond“ ihr Komödientalent bewiesen. Auch Regisseurin Anne Flechter kann auf diesem Gebiet Erfolge vorweisen. 2013 holte sie Barbra Streisand und Seth Rogen für das humorvolle Roadmovie „Unterwegs mit Mum“ vor die Kamera, das nie ins Seichte abkippte. Auch das Konzept, zwei grundverschiedene weibliche Stars gegeneinander auszuspielen, kann klappen.

Das hatten Sandra Bullock und Melissa McCarthy zuletzt in der Polizeikomödie „Taffe Mädels“ vorgemacht. Doch aus dem abgedroschenen, einfallslosen „Miss Bodyguard“-Skript der TV-Autoren David Feeney und John Quaintance war kaum etwas herauszuholen. Vergara und Witherspoon haben besseres Material verdient. Wenigstens bringen sie ihren Job zügig zu Ende. „Miss Bodyguard“ mag sich quälerisch lang anfühlen, ist aber schon nach 88 Minuten vorbei.

von Barbara Munker

 

„Miss Bodyguard“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat:
zwiespältig
mit der Note 2,47 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Zu viel Klamauk. Aber durchaus unterhaltend.“
Johanna Premper aus Marburg

„Am Anfang etwas lahm, der Showdown reißt es wieder raus.“
  Michaela Braun aus Marburg

„Witzige Sprüche und super Kurven.“
  Gaby Rokitzki aus Marburg

„Super Film. Selten so die Lachmuskeln strapaziert.“
Sabine Ludwig (49) aus Ebsdorfergrund

„Das Beste am Film ist der Abspann.“
Nico Walter (23) aus Marburg

„So schlecht, dass er schon wieder amüsant war.“
Patricia Kühn aus Ebsdorfergrund

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Manuela Bromm-Gläser aus Kirchhain, Rosa Gora aus Marburg, Pauline Bischofsberger aus Weimar, Evelyn Falk aus Marburg und Cynthia Ludwig aus Ebsdorfergrund. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Still Alice (3,74)
2. American Sniper (3,73)
40. Miss Bodyguard (2,47)

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr