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Ganz schnell auf Betriebstemperatur

„H2O“ aus New York City spielte im KFZ Ganz schnell auf Betriebstemperatur

Volles Haus am Dienstagabend im Marburger KFZ. Die New Yorker Hardcore-Legende „H2O“ hat sich angesagt.

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Frontsänger Toby Morse suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans. Die stürzten sich in die Menge und wurden auf den Armen durchs Publikum gereicht.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Während der Gerstensaft bei den Gästen in Strömen fließt, heizen die Marburger Bands „As Hopes Decay“ und „Tremaire“ im Saal kräftig ein. Amtlicher Metal-Core mit schnellen Gitarren und brachialem Geschrei bringt die Trommelfelle der Zuschauer schon mal auf Betriebstemperatur.

Nach Stau und Motorschaden, aber mit guter Laune, hetzen mit reichlich Verspätung „H2O“ aus New York City aus dem Tour-Van direkt auf die Bühne. Die Veteranen des Melodic-Hardcore geben auch nach zwei Jahrzehnten nur Volldampf und lassen es im KFZ so richtig krachen. Nach kurzem Soundcheck starten sie mit dem ersten Takt von null auf hundert.

Frontmann Toby Morse war Roadie bei der Hardcoreband „Sick Of It All“ und sprang mit seiner Band immer ein, wenn es keine Vorband gab. Schon ihr Debütalbum war ein absoluter Kracher. Nach einer Tour durch die USA mit den „Misfits“, „Pennywise“ und „The Mighty Mighty Bosstones“, sowie einem Plattenvertrag bei Epitaph, sind sie im Kreis der Großen in der Hardcore-Szene dauerhaft gesetzt.

Fans klettern auf die Bühne

Schon beim ersten Akkord ist die Menge nicht mehr zu halten. Dicht gequetscht, die Arme in die Höhe gestreckt, feiern die Fans mit ihren Idolen. Hauptsache schnell und melodisch, holen Rusty Pistachio und Todd Morse alles aus ihren Gitarren heraus und unterstützen Frontsänger Toby Morse kräftig beim Refrain.

In Sachen Bewegung steht Morse im Wettkampf mit dem Publikum. Stets unterwegs springt er kreuz und quer über die Bühne und heizt schwitzend die Stimmung weiter an. Distanz zum Publikum kann man „H2O“ absolut nicht nachsagen. Immer wieder erklimmen Fans die Bühne, schmeißen sich mit Anlauf in die Menge und werden auf gereckten Armen durch den Saal getragen.

Dass der Roadie noch einspringen muss, hat Morse im Hinblick auf seine eigene Geschichte scheinbar beibehalten und gibt am Ende das Mikro für einen Song an seinen Tourmanager ab, der unter dem Jubel der Menge alles gibt.

Klassisch ist das Programm, kaum ein Song überschreitet die Drei-Minuten-Marke. Das Schöne an Hardcore ist ja, wenn er schlecht ist, ist es auch schnell vorbei. Bei der Hammershow von „H2O“ ist es natürlich schade, dass der Spuk nach einer Stunde schon rum ist. Immerhin verlängert die Zugabe den Abend ja nochmal um freudige sechs Minuten. Wahrlich ein großes Finale der Europa-Tournee von „H2O“!

von Jan Bosch

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