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Ganz entspannte Geburtstags-Party

Lockerer Rückblick auf „20 Jahre Waggonhalle“ Ganz entspannte Geburtstags-Party

Seit 20 Jahren bereichert die Waggonhalle die ­Kulturszene in Marburg. Doch eine Feier war eigentlich gar nicht geplant, wie der künstlerische Leiter Matze Schmidt verriet.

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Willi Schmidt als Wirt Lupo (Mitte) mit Jemina Coletta (links) und Frida Walter als Vicky und Hannah in einer Szene aus „Das Wirtshaus an der Lahn Nr. 2“.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Wir hatten eigentlich überhaupt nicht geplant, eine Veranstaltung zu machen“, sagt Matze Schmidt, einer der Gründerväter der Waggonhalle, im Gespräch mit der OP. Die Idee zum Rückblicks-Abend kam durch Jemina Coletta und Frida Walter, die gerade bei der Waggonhalle ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren ( die OP berichtete).

Für ihr Abschluss-Projekt haben sie sich mit der Geschichte der Waggonhalle beschäftigt. So entstanden eine Ausstellung mit Fotos aus den 26 Eigenproduktionen, die vom Waggonhallen-Team inszeniert wurden sowie ein spezielles Geburtstags-Theaterprogramm, das von den beiden organisiert wurde.

„Es sollte ein lockerer Abend werden“, erklärte Frida Walter. Statt festlicher Reden sollten kleine Ausschnitte aus vergangenen Produktionen gezeigt werden, was das Kulturzentrum ausmacht. Dabei sei der Fokus bewusst auf die Eigenproduktionen gelegt worden, da diese so besonders für die Waggonhalle seien, betont Jemina Coletta.

Neue Eigenproduktionen führen politisches Erbe fort

„Das hat ein bisschen den Geist der Waggonhalle widergespiegelt“, freute sich Mitbegründer Willi Schmidt über den gelungenen Abend. Natürlich trat Schmidt auch selbst auf, etwa als Wirt Lupo aus „Das Wirtshaus an der Lahn Nr. 2“, bei dessen Szene Jemina Coletta und Frida Walter ihn als Vicky und Hannah unterstützten.

Der Ausschnitt aus der neuesten Eigenproduktion „Das Hotel zur langen Dämmerung“ bewies, dass sich die Waggonhalle nach wie vor jung hält und in den Theaterproduktionen immer wieder politische und historische Themen aufgegriffen werden, wie etwa die Auseinandersetzungen um den Bau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Für das musikalische Begleitprogramm sorgten Gangolf Seitz am Klavier und Sängerin Anita Naumann von der Wirtshausband.

Einen musikalischen Einschub gab es auch von zwei Flüchtlingen, die im Rahmen des Voice-Projektes des Landkreises im April die Waggonhalle besuchten und am Freitag Musik aus ihrer Kultur präsentierten.

„Marburg, Marburg“ und „New York, New York“ reißen mit

Auch in „Das Wirtshaus an der Lahn 3“ ging es politisch zu mit der Debatte um den Abriss des historischen Wirtshauses und der Vision des modernen Wohnens im „Affenfelsen“, wie der Block im Volksmund genannt wird, der heute an der Stelle des alten Wirtshauses an der Lahn steht.

Auch wenn er die meisten der Stücke, die am Freitag in Ausschnitten gezeigt wurden, ursprünglich selbst inszeniert hatte, wurde Matze Schmidt von einigen Szenen dennoch überrascht. Darunter war die mitreißende „Marburg, Marburg“-Nummer von Pit Metz, Uwe Lange und Jochen Schröder, nach Frank Sinatras berühmten „New York, New York“, dem durch Konfetti-Bomben von Jessica Dietz das i-Tüpfelchen verliehen wurde.

Bereits zu Beginn wurde Pit Metz als Investor für seine Bossa-Nova-Einlage „Casanova“ vom Publikum gefeiert. Die Idee dazu sei zehn Minuten vor Beginn der Show entstanden, verriet Frida Walter. „Das war alles sehr spontan heute“, erklärte sie.

Für den Abend wurden Jemina Coletta und Frida Walter von allen Mitarbeitern der Waggonhalle sehr gelobt. Für die beiden FSJ-Lerinnen geht dagegen die Zeit an der Waggonhalle langsam zu Ende. „Es war sehr schön hier“, freute sich Frida Walter, die wie Jemina Coletta dankbar ist, einen so abwechslungsreichen Einblick bekommen zu haben.

von Mareike Bader

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