Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° stark bewölkt

Navigation:
Gänsehaut-Effekte für die Ohren

Marburger Krimifestival Gänsehaut-Effekte für die Ohren

Achtung, fertig, gruseln! Am Samstag eröffnete das hr3-RadioLiveTheater 
 das 13. Marburger Krimifestival an einem besonderen Ort: in der Anatomie.

Voriger Artikel
2000 Besucher feiern mit Schlagerstars
Nächster Artikel
Komödie oder düsterer Mystery-Thriller

Mit einfachsten Requisiten erzeugte das hr3-RadioLiveTheater eine stimmungsvolle Hörkulisse für den „Hund der Baskervilles“.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Zwischen Skeletten und abgetrennten Gliedmaßen flößten die sechs Akteure dem Publikum in der Anatomie Angst ein. Gespenstisch hört man den Wind durch Bäume wehen, hier flackert ein rotes Licht auf, da grollt der Donner, dort drüben poltern laute Schritte – für die Besucher der Eröffnungsveranstaltung des Marburger Krimifestivals ging es am Samstagabend ins englische Dartmoor.

Mitgenommen wurden die Besucher dorthin vom hr3-RadioLiveTheater. Eine Reise, für die man keinen Koffer packen, für die man in kein Flugzeug steigen, sondern für die man nur eines machen muss: zuhören. Denn nur dann bemerkt man das gruselige Heulen, das des Nachts im Moor zu hören ist.

Um herauszufinden, was es damit auf sich hat, reist ein Detektiv mit seinem Gehilfen dorthin, wo die Nebelschwaden am dicksten sind, wo die Dunkelheit am schwärzesten und die Nacht am gruseligsten ist. Bei eingefleischten Krimi-Fans wird es bereits Klick gemacht haben: Denn das, was die sechs Mitarbeiter und Moderatoren des hr3 im Hörsaal der Anatomie zwischen Skeletten und abgetrennten Körperteilen aufgeführt haben, war der wohl berühmteste Fall des wohl berühmtesten Detektivs der Welt: „Der Hund der Baskervilles“, so lautet der Titel des Stücks, und der Name des ermittelnden Detektivs ist Holmes, Sherlock Holmes.

Perfektes Ambiente zum Gruseln

Weil nach dem Tod von Sir Charles Baskerville auch das Leben seines letzten Erben bedroht sein könnte, reisen Holmes und Watson von der berühmten Londoner Bakerstreet ins Dartmoor. Was sie dort erwartet, ist „eine hässliche Angelegenheit. Hässlich und gefährlich“. Was Holmes meint, ist die Legende des Hundes der Baskervilles. Ein mörderisches Tier, das einem Monster gleichkommt.

Während am Samstagabend von ihm erzählt wurde, wurden die abwärts verlaufenden Sitzreihen des Hörsaals, auf denen die Zuschauer gespannt der Handlung folgten, in grün schimmerndes Licht getaucht. Damit versetzt das Sextett aber nicht nur den Hörsaal in gruselige Stimmung, sondern auch das Publikum.

Die perfekte Ausgangslage also für einen Abend, der nicht nur Krimi-Fans, sondern auch einstige Kassetten-Kinder glücklich machte. Denn man hätte auch die Augen schließen können, so wie in früheren Jahren, in denen die Hörspiel-Kassette noch das Einschlafen erleichterte.

Aufführung des Stücks vor einem Jahr noch gescheitert

Die eindrucksvollen Geräusche, die die Akteure um Klaus Krückemeyer, der den Sherlock Holmes spielte, mit einfachsten Requisiten wie Geschirr, Wellblech oder quietschenden Schränken fabrizierten, hätten gereicht, um einen nach England, in das Land des berühmten Detektivs, zu zaubern. Doch verpasst hätte man die historischen Kostüme und die effektvolle Mimik der Darsteller.

Die Eröffnung des Krimifestivals 2015 war also zugleich etwas für Augen und Ohren, eine Mischung aus Hörspiel und Theater, bei dem die Zuschauer noch dazu die Möglichkeit hatten, einen Einblick in die Entstehung eines Hörspiels zu bekommen – Gänsehaut inklusive. Die kam des Öfteren auf. Nämlich immer dann, wenn der gruselige Hund sein Unwesen im schaurigen Moor trieb.

„Eigentlich wollte ich das Live-Hörspiel ja schon im letzten Jahr nach Marburg holen“, sagte die Organisatorin Alexandra Klusmann gegenüber der OP. Aus räumlichen Gründen habe es damals aber nicht geklappt. Umso mehr freute sie sich, dass der Live-Hörspiel-Krimi von Klaus Krückemeyer und Wolfgang Vater in diesem Jahr das Krimifestival eröffnet hat.

Dienstag kommt Horst Eckert, Mittwoch Christina Bacher

Bestseller-Autor Horst Eckert liest diesen Dienstagabend ab 20 Uhr im Technologie- und Tagungszentrum TTZ (Frankfurter Straße) aus seinem neuen Thriller „Schattenboxer“. Was mit der Jagd auf einen Serienmörder beginnt, führt Kommissar Vincent Che Veih in die politische Vergangenheit seiner Mutter, einer ehemaligen RAF-Terroristin.

Seine Romane gelten als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“, so der Deutschlandfunk. „Schattenboxer“ ist nach „Schwarzlicht“ der zweite Fall für Vincent Veih.

Diesen Mittwoch folgt um 16 Uhr in der Kinder- und Jugendbuchhandlung „Lesezeichen“ (Barfüßerstraße 12) eine Schaufenster­lesung mit der Kinderbuchautorin Christina Bacher. Die Kölnerin, die lange in Marburg gelebt hat, ist nicht zuletzt auch wegen ihrer Ratekrimis, die jahrelang auf hr2 liefen, jungen Krimifreunden wohlbekannt. Sie wird aus ihrem aktuellen Kinderkrimi „Hai-Alarm“ lesen. Der „Eintritt“ ist frei.

von Suria Reiche

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr