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Funkensprühend, feinsinnig, furios

Kammerakademie Potsdam in Buchenau Funkensprühend, feinsinnig, furios

Festivalleiter und Meistercellist Julius Berger begeisterte am Samstag gemeinsam mit der Kammerakademie Potsdam die 400 Zuhörer im nahezu ausverkauften Atrium der Buchenauer Roth-Werke.

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Konzertmeister Peter Rainer (von links) und die Musiker der Kammerakademie Potsdam hören gebannt zu, als Cellist Julius Berger seine Zugaben spielt.

Quelle: Michael Arndt

Buchenau. Ein Kammermusikfestival wie die Eckelshausener Musiktage kann sein 25-jähriges Bestehen gar nicht anders feiern als mit dem Thema „Wien“.

Denn dort, in der bedeutendsten Musikmetropole der Welt, stand die Wiege der kammermusikalischen Königsgattung. Als Erfinder des Streichquartetts gilt Joseph Haydn, als einer seiner Vollender Ludwig van Beethoven. Beide waren beim Eröffnungskonzert im Atrium der Buchenauer Roth-Werke mit Streichquartetten vertreten – allerdings in Bearbeitungen für Kammerorchester.

Dafür hatte Julius Berger, der die Eckelshausener Musiktage seit zwei Jahrzehnten künstlerisch prägt, die Kammerakademie Potsdam mit ihrem Konzertmeister Peter Rainer verpflichtet. Die zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker sind bei allen wichtigen deutschen Musikfestivals gefragt. Aus gutem Grund, wie sie gleich mit dem jugendfrischen C-Dur-Divertimento von Haydn zeigten, das ganz am Anfang seiner mehr als 70 Werke umfassenden Streichquartette steht.

Der Titel „Divertimento“ verweist jedoch auch auf seine Verwurzelung in der höfischen Unterhaltungsmusik. Und unterhaltend im besten Sinne war das funkensprühend witzige, aber auch feinsinnige Spiel der Potsdamer Streicher und Holzbläser.
Ihnen gesellten sich zwei seidenweiche, wo nötig, aber auch druckvoll zur Jagd blasende Hörner hinzu, als es darum ging, den Meistercellisten Julius Berger in Haydns zu Recht viel gespieltem D-Dur-Cellokonzert zu begleiten.

Berger betörte auf dem fein und schlank timbrierten Instrument des Mittenwälder Geigenbauers Matthias Klotz mit abstufungsreichem Gesang und begeisterte mit fulminanter Virtuosität, etwa in der Kadenz des Kopfsatzes, aber auch im schwungvollen Rondo-Finale. In den Zugaben erwies er zwei großen Cellisten der Vergangenheit die Reverenz: Pablo Casals mit seinem „Gesang der Vögel“ und Gregor Piatigorsky mit seiner Bearbeitung eines Marsches von Sergej Prokofjew.

Am Dienstag, 7. Juni, huldigt das TrioConBrio ab 20 Uhr in der Eckelshäuser Kirche einer alten Wiener Tradition: dem gemeinsamen Musizieren von Flöte, Viola und Gitarre.

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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