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Funkelnder Swing, kraftvoller Gesang

Swinging Wodka Lemon Gang Funkelnder Swing, kraftvoller Gesang

Mit "Memories of Swing" machte die Swinging Wodka Lemon Gang am Mittwoch richtig Stimmung in der ausverkauften Galeria Classica. Spe-cial Guest: Die Marburger Sängerin Ulla Keller.

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Oberes Bild: Jazz vor Rinderhälften: Die Swinging Wodka Lemon Gang spielte am Mittwoch vor den Kulissen des Hessischen Landestheaters. Links: Gastsängerin Ulla Keller schloss sich der Band an. Fotos: Bettina Preussner

Marburg. Guten Jazz zu machen, das hat viel mit Lockerheit zu tun. Und locker waren die Musiker der Swinging Wodka Lemon Gang am Mittwochabend allemal. Gut gelaunt und völlig entspannt präsentierten sie einen runden und satten Klang, spielten mit großem Spaß und stets auf den Punkt genau zusammen.

Mit einem Titel von Frank Sinatra machten sich die Jazzer schon mal warm. Dann fegte Ulla Keller auf die Bühne und mischte die Riege der älteren Herren so richtig auf. Sie strahlte mit ihren falschen Brillanten um die Wette, schnappte sich das Mikrofon und legte los. Die Sängerin genoss es sichtlich, auf der Bühne zu stehen und hatte immer den richtigen Hüftschwung parat. Und natürlich faszinierte sie mit ihrer tollen Stimme: kraftvoll, virtuos, ausdrucksstark.

Die Band erinnerte mit ihrem Konzert an das „Kleine Big Band Projekt“ von John Coppola und Lisa Pollard. Die Gang hatte schon viele Male mit den amerikanischen Musikern zusammen gespielt. Die Bandmitglieder Klaus Wittkamp und Albert Klein, zwei Urgesteine der Marburger Jazzszene, entwickelten das Projekt weiter und schufen neue Arrangements.

Schwingender Swing pur

Weiter ging es mit dem Duke Ellington-Klassiker „Satin Doll“. Das war schwingender Swing pur, ein leichtes, stimmungsvoll und ruhig dahin fließendes Stück. Ebenfalls aus der Feder von Duke Ellington stammte „Do nothing till you hear from me“, das mit starken Saxophon-Partien glänzte.

In dem bekannten „Love is just around the corner“ konnte Ulla Keller einmal mehr ihre starke Stimme unter Beweis stellen: Bis in die höchsten Höhen sang sie stets klangvoll und sicher. Das folgende Arrangement für Klarinette hatte Bandmitglied Albert Klein geschaffen. In einem Solo ließ er seine Klarinette gleichsam singen und ein gedämpftes, leicht nostalgisch anmutendes Klangbild entstehen. Die Melodie war bekannt: „Sentimental Journey“.

„Mit Ulla zu proben, ist ein großes Vergnügen“, bemerkte Moderator Hannes Kleinhenz zwischendurch. „Sie hat großes Talent, bei uns Verspannungen zu lösen.“ Und schon rief die Sängerin wieder: „Los Jungs!“, ergriff das Mikrofon und sang einen weiteren Duke Ellington-Titel. In Ellingtons „Creole love call“ kam auch Ulla Kellers „gefürchtete Nasentrompete“ zum Einsatz. Nur mit Mund und Nase machte sie täuschend echt ein krächzendes Blasinstrument nach: „Huhuhuuu, Huawawahua!“.

Von den französischen Einflüssen im Swing erzählte ein Stück mit dem Titel „Creole Jazz“. Der fröhliche, rhythmusstarke Sound fuhr direkt in die Glieder, und schon bald schnippten und klatschten die Zuschauer mit. Weitere Stücke von Ella Fitzgerald bis Frank Sinatra folgten. Immer wieder heizte die Band die Stimmung in der Galeria Classica neu an. Das begeisterte Publikum bedankte sich schließlich mit tosendem Applaus bei den Künstlern auf der Bühne.

von Bettina Preussner

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