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Fulminanter Tourstart mit Philipp Boa in Hochform

Indie-Rock Fulminanter Tourstart mit Philipp Boa in Hochform

Ein halbes Jahrhundert Phillip Boa, davon knapp 30 Jahre im Voodooclub. In gewohnt düsterer Atmosphäre erwarten die Fans im ausverkauften Kulturladen den Meister des Indie-Rock.

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Die Haare im Gesicht, Blick in die Ferne: Phillip Boa startete mit seinem Voodooclub im KFZ seine aktuelle Tournee.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Im Mainstream ist er nie geschwommen. Gerade deshalb hält eine große Fangemeinde dem Indie-Papst seit Jahren die Treue. Die Bühne in tiefes Violett getaucht, lässt die Band sich feiern. Meist abwesend und wortkarg starten „Phillip Boa and the Voodoclub“ direkt durch. Die Set-Liste ist lang, das ist schon mal gut.

Was tatsächlich folgt, ist groß. Nach dem Kracher „Loyalty“ legt Boa nun noch einen drauf. Mit „Bleech House“ präsentiert er sechzehn Indie-Perlen, an denen man nur seine Freude haben kann. Boa is back, obwohl er nie richtig weg war.

Der Frontmann selbst klammert sich meist emotionslos ans Mikro oder seine Fender, Haare im Gesicht, Blick in die Ferne gerichtet. Mit gleichbleibend düsterer Stimme und harten Gitarren bringt er vom ersten Ton die wogende Menge in Wallung. Prasselnde Trommeln, unterlegt mit sphärischen Synthesizern machen die Show perfekt.

Der gute alte Indie-Rock ist wieder zurück

Insgesamt sind die neuen Songs weniger avantgardistisch, der gute, alte Indie-Rock ist wieder zurück. Komplexe Rhythmen und Samples im Wechsel mit hymnenhaften Refrains, welche zum Mitsingen einladen. Gitarrist Oliver Klemm heizt den tobenden Zuschauern mit fetten Powerchords bis zum wilden Pogo ein.

Ein bekanntes und mit großem Jubel gefeiertes Glanzlicht in der Voodooclub-Besetzung ist Pia Lund. Immer wieder durchbricht sie mit ihrer engelsgleichen Stimme Boas Melancholie. In dichten Nebel gehüllt, durchbrochen von blitzenden Lichteffekten, verzaubert sie den Saal.

Knapp zwei Stunden Phillip Boa in Höchstform. Mehrfach jubelt das begeisterte Publikum den Voodooclub zurück auf die Bühne. Mit „Albert Is A Headbanger“ zieht er die Metal-Schublade noch mal weit auf und natürlich dürfen auch Indie-Klassiker, wie „Kill Your Idols“ und „Container Love“, zum grandiosen Tourauftakt nicht fehlen.

von Jan Bosch

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