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Für Detailstudien ist die Distanz zu groß

Aktmalerei Für Detailstudien ist die Distanz zu groß

Es riecht intensiv nach Farbe in der Turnhalle der Pestalozzischule. Statt tobenden Kindern sieht man eine Gruppe von 20 Erwachsenen, die konzentriert vor ihren Staffeleien stehen.

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Ein Modell, 20 verschiedene Herangehensweisen: Blick in den Aktmalkurs.

Quelle: Ragna Ruhaas

Marburg. Die Teilnehmer der Sommerakademie haben sich in einem Halbkreis um ein Aktmodell versammelt. Der junge Mann sitzt hüllenlos auf einem Podest, mit dem linken Arm abgestützt, die Beine übergeschlagen. Starr sitzt er da, man sieht keine Regung, nur manchmal gleitet sein Blick durch den Raum. Die Kursteilnehmer malen und zeichnen ihn ganz unterschiedlich. Mal ist nur ein überdimensionaler Kopf zu sehen, dann wieder eine feingliedrige Zeichnung oder ein Körper, der nur aus Farben zu bestehen scheint.

„In der zweiten Woche der Sommerakademie arbeiten die Teilnehmer schon viel freier“, freut sich der Dozent Martin Seidemann. In der ersten lag der Schwerpunkt noch auf Zeichnungen und Detailstudien. Nun können sie endlich mit Farben experimentieren.

Der Kurs von Martin Seidemann zählt zu den größten und beliebtesten der Sommerakademie und ist einer der wenigen, der drei Wochen dauert. Eine lange Zeit, um ein Gefühl für den menschlichen Körper zu entwickeln. „Mein Anliegen ist es, dass die Teilnehmer zu sehen lernen und ihre Beobachtungen zeichnerisch umsetzen“, sagt Seidemann.

Gerade die Turnhalle eignet sich wegen ihrer Höhe besonders als Arbeitsplatz. Trotz der Gruppengröße hat jeder Teilnehmer somit die Möglichkeit, einen freien Blick auf das Modell zu bekommen. Nur für Detailstudien ist die Distanz zwischen Künstler und Modell zu groß. Dabei verfliegt die Befangenheit mancher Teilnehmer, mit einem nackten Menschen zu arbeiten, sehr schnell, und es werden dann schon mal Modellwünsche geäußert.

„Bei dünnen Modellen kann man sehr gut die Muskelpartien zeichnen, während es bei dickeren eher auf die Form und Proportionen ankommt“, merkt Seidemann an. Gerade die unterschiedlichen Körper machen für Stefanie Alte den Reiz der Aktmalerei aus.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.

von Ragna Ruhaas und Désirée Tschernatsch

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