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Für 90 Minuten wird die Bühne zur Insel

Der Sturm am Philippinum Für 90 Minuten wird die Bühne zur Insel

„Die Schüler spielen gerne auch mal richtige Klassiker“, begründet der Lehrer Eckart Dähnert die Wahl des Stückes. Die Theater-AG der Sekundarstufe II des Gymnasiums Philippinum hatte sich im letzten Halbjahr mit William Shakespeares 1611 uraufgeführtem Drama „Der Sturm“ beschäftigt und das Stück dreimal aufgeführt.

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Intensiv haben sich Schüler des Philippinums mit Shakespeares „Der Sturm“ beschäftigt.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Das Problem mit der niedrigen Decke im Kultidrom wurde von dem Team geschickt gelöst. Die Bühne wird zur Insel mit schachbrettartigem Muster, umgeben vom Publikum. Das holt die Zuschauer näher ans Geschehen - nicht nur Trincolo (Melina Griesel) geht kurz auf Tuchfühlung - und bringt dadurch viel Bewegung ins Spiel. Ferdinand (Henrik Diels) und seine Angebetete Miranda (Clara Peter) umrunden in entgegengesetzter Richtung die Bühne.

Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand (sehr stark gespielt von Rasmus Becker), wurde zusammen mit seiner Tochter Miranda vor 12 Jahren von seinem Bruder Antonio (Hannah Bodenbender) in einem Boot ausgesetzt. Auf der Insel, auf der die beiden gestrandet sind, wurde Prospero in den Jahren dank Zauberkraft zu einem mächtigen Herrscher. Er verursacht einen Sturm, der zu einem Schiffbruch König Alonsos von Neapel (Martin Kampmann) führt. Mit auf dem Schiff sind Alonsos Sohn Ferdinand und Prosperos Bruder Antonio, die sich alle auf die Insel retten. Nun kann Prospero den Rachegelüsten freien Lauf lassen.

Die Schüler haben sich intensiv mit dem Stück und seinen Themen wie Macht, Ohnmacht, Wut, Rache und Gerechtigkeit auseinandergesetzt. So wurden schon im Vorfeld Fragen entwickelt, die während des Schauspiels auf zwei Leinwänden zu sehen sind, wie „Braucht der Mensch Verantwortung?“.

Die Exotik der Insel wird durch bunte Masken der fünf Darstellerinnen des Luftgeistes Ariel dargestellt. Und auch bei der Musik haben sich die Schüler Gedanken gemacht. Hier wenden sich die Schüler gegen den Text. So ertönen keine harmonischen Klänge auf der Insel, mit denen Ariel Alonso und Gonzalo schlafen lassen, die Musik ist atonal und ungemütlich. Dazu haben sich Schüler im Raum mit Geige, Keyboard oder Flöte verteilt. Über die E-Gitarre wird mit einem Stück Papier gefahren und selbst der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ erklingt in einer ganz anderen Version.

von Mareike Bader

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