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„Führender Bildgestalter“ wird geehrt

Marburger Kamerapreis „Führender Bildgestalter“ wird geehrt

Nachdem in der Nacht zum Montag in Hollywood die Oscars vergeben wurden, feiert Marburg am Wochenende seinen kleinen „Oscar“: Der Marburger Kamerapreis wird am Samstag, 8. März, den Polen Pawel Edelmann verliehen. Eingebettet ist die Preeisverleihung in Bild-Kunst Kameragespräche

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Kameramann Paweł Edelmann (links) zeichnete unter anderem für die Bilder in Roman Polanskis „Oliver Twist“ verantwortlich. Der Film ist Mittwochabend ab 20 Uhr im Filmkunsttheater Kammer zu sehen.Fotos: Privatarchiv Edelmann / Tobis

Marburg. Marburg ist keine Film-, aber eine Kinostadt. Vielleicht fiel der im Jahr 2000 von dem Marburger Medienwissenschaftler Professor Karl Prümm initiierte und 2001 erstmals an Raoul Coutard verliehene Marburger Kamerapreis deshalb auf so fruchtbaren Boden in der Universitätsstadt.

Am Samstag, 8. März, wird der mit 5000 Euro dotierte Preis zum 14. mal vergeben: Er geht an den polnischen Kameramann Pawel Edelmann, einen großen seiner Zunft.

Der Name sagt höchstens einigen Cineasten etwas, die Filme, die er gemacht hat, dagegen vielen: „Der Gott des Gemetzels“ (2011), „Der Ghostwriter“ (2010), „Oliver Twist“ (2005) oder „Der Pianist“ (2002), um nur einige zu nennen. Der Regisseur war immer Roman Polanski, der deutlich berühmter ist. Auch dies ist ein Zeichen für den öffentlichen Stellenwert von Kameramännern oder -frauen. Obwohl sie unabdingbar sind für das künstlerische Gelingen eines Films stehen sie im Schatten der Stars und der Regisseure.

Dies will der Marburger Kamerapreis ändern. Eingebettet ist die Preisverleihung von Beginn an in die Marburger Kameragespräche, die in diesem Jahr erstmals „Bild-Kunst Kameragespräche“ heißen und die ästhetisch-künstlerische Bedeutung der Arbeit von Kameramännern beleuchten und betonen sollen.

Pawel Edelmann wurde 1958 in Lodz geboren, wo er 1988 seine Ausbildung an der Filmhochschule abschloss. Nur elf Jahre später listete ihn das Fachblatt Variety als einen der zehn vielversprechendsten jungen Kameramänner weltweit. Heute arbeitet er international, besonders oft aber mit polnischen Regisseuren wie Polanski oder Andrzej Wajda.

2003 erhielt er eine Oscar-Nominierung für „Der Pianist“ und wurde mit dem César als bester Kameramann ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr zeichnete ihn die europäische Vereinigung der Kameraleute mit dem Preis für das Lebenswerk aus.

Die Jury des Marburger Kamerapreises würdigt ihn als „einen der führenden Bildgestalter, der die zerklüftete Geschichte des 20. Jahrhunderts in beeindruckende Bilder übersetzt hat“.

Verliehen wird der Preis gemeinsam von der Philipps-Universität und der Stadt Marburg

Das Programm

Der Marburger Kamerapreis 2014 wird am Samstag, 8. März, um 20 Uhr in der Aula der Alten Universität verliehen. Die Laudatio hält der Drehbuchautor und Regisseur Wadyslaw Pasikowski.

Die Bild-Kunst Kameragespräche beginnen am Freitag um 14.30 Uhr im Filmkunsttheater Kammer mit Taylor Hackfors „Ray“. „Poklosie“ ist am Freitag, 20.30 Uhr, als deutsche Erstaufführung zu sehen. „Das Massaker von Katyn“ wird am Samstag um 9.30 Uhr gezeigt und „Der Ghostwriter“ am Samstag um 14.30 Uhr. Pawel Edelmann ist bei den Filmgesprächen anwesend. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

von Uwe Badouin

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