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Frischer Wind aus Down Under

Konzert im KFZ Frischer Wind aus Down Under

Sie kommen vom anderen Ende der Welt und machen Musik, die das Publikum im KFZ mitreißt - die drei Germein-Schwestern.

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Georgia Germein ist die Frontfrau der Germein Sisters – ihre Schwestern sind dennoch gleichberechtigt.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Ihr Herz schlägt für den Süden. Alle, die aus dem Süden kommen, sind stolz darauf. South Australia ist der einzige australische Bundesstaat, der von freien Siedlern und nicht von Sträflingen des Commonwealth aufgebaut wurde. In ihrer Heimat sind sie längst bekannt, was sicher nicht nur an ihrer musikalischen Mitwirkung an der Marketing Kampagne der South Australian Tourism Commission liegt, sondern weil sie einfach gute Musik machen. Jetzt erobern die drei Schwestern aus Adelaide Europa.

In gemütlicher Atmosphäre, bei Kerzenschein und Blumenschmuck, begeistern die Germein Sisters das Publikum im KFZ. Gerade haben Georgia, Ella und Clara Germein ihr neues Album „Because You Breathe“ in Irland aufgenommen und eine Europa-Tour angehängt. Die drei Schwestern warten mit frischem Indie-Pop auf. Im Vordergrund stets die tolle Stimme von Georgia Germein.

Die Frontfrau und Multiinstrumentalistin überzeugt mit sanften Balladen, wenn sie sich selbst auf dem Klavier begleitet, kann aber auch ordentlich gegen ihre Fender anschreien, falls es mal heftiger zugeht. Dass die drei „nicht immer einer Meinung sind“, wie Georgia bei einer ihrer Ansagen scherzt, ist ja bei Geschwistern normal, auf der Bühne ist davon nichts zu merken. Als perfekt eingespieltes Trio ziehen sie die Zuschauer vollends in ihren Bann.

Bei den Schwestern macht‘s die Mischung. Jeder Song ist anders. Ihre frische Mixtur aus Pop, Rock und Folk ist einfach mitreißend. Ob poppig oder bluesig, Schwester Clara bringt den Beat immer exakt auf den Punkt. Sie ist das rhythmische Rückgrat der Gruppe. Für den nötigen Groove sorgt Ella Germein mit unbeschwerten Basslinien, die einem das Surfboard unter dem Arm spüren lassen. Oder sie streicht verträumt mit dem von Blumengirlanden umwickelten Bogen über ihr Cello. Tatkräftig unterstützen die beiden Georgia beim Gesang, so dass ihre eingängigen Melodien zu einer runden Sache werden. Schwestern eben.

Als Zugabe ließen es die drei Australierinnen nochmal mit vollem Nationalstolz krachen. Aus tiefstem Herzen schmettern sie, zur Freude des Publikums, ihre Version von „Waltzing Matilda“, der inoffiziellen Nationalhymne der Australier, über einen Swagman, den Wanderarbeiter im 19. Jahrhundert, der sich lieber ertränkt, als seine Freiheit aufzugeben. Da bleibt kein Auge trocken.

von Jan Bosch

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