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Freude und Glanz im Advent

Marburger Bachchor Freude und Glanz im Advent

Wer schon immer mal 
mit dem Marburger 
Bachchor ­zusammen 
singen wollte, der kam 
am Sonntag­nachmittag voll auf seine Kosten. Es wurde ein ebenso festliches wie ­heiteres Konzert.

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Nicolo Sokoli (Mitte), der Dirigent des Marburger Bachchors, leitete in der Lutherischen Pfarrkirche einen vielstimmigen Chor aus Hunderten von Besuchern und seinen hervorragenden Sängerinnen und Sängern.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Schon lange vor Beginn des Konzertes waren alle Plätze in der Lutherischen Pfarrkirche besetzt. Mehr als 600 Musikfreunde warteten geduldig auf den Auftritt des Bachchores.

Mit dem herrlichen „Rorate coeli“, einem gregorianischen Choral, zog der Chor von hinten in die Kirche ein. Die Sängerinnen und Sänger trugen brennende Kerzen in ihren Händen und der einstimmige Gesang breitete sich fast mystisch schwebend im ganzen Kirchenraum aus – eine tolle Wirkung.

„Wir sind überwältigt von den vielen Besuchern!“, rief Dirigent Nicolo Sokoli bei der Begrüßung. „Heute sind alle eingeladen, mitzusingen.“ Als er ins Publikum fragte, wer von den Besuchern in anderen Chören mitsingt oder früher in einem Chor gesungen hat, gingen viele Hände hoch. So hatte Sokoli also einen Riesenchor zu dirigieren, was er mit viel Engagement und Freude tat.

Zusammen mit dem Bachchor, begleitet von Nils-Ole Krafft auf der Orgel, stimmte das Publikum zunächst das bekannte Adventslied „Es kommt ein Schiff geladen“ an. Sokoli lobte begeistert: „Es klingt überwältigend!“ Weiter ging es mit einem zweiten Klassiker der Vorweihnachtszeit, „Oh Heiland reiß den Himmel auf“. Hierfür teilte Sokoli das Publikum in vier Gruppen auf.

Ensemble entfaltet meisterliches Können

„Wer fühlt sich dem Sopran, wer dem Alt, dem Tenor und dem Bass zugehörig? Und wer weiß nicht, wo er hingehört?“, fragte der Dirigent und sorgte damit für Heiterkeit. Nun sangen alle das Lied zusammen mit dem Chor im Kanon. Das klang mit den vielen Stimmen wunderschön und festlich und klappte auch ziemlich gut. „Die Nummer steht, da gibt es nichts zu üben“, scherzte Sokoli.

Es folgten drei Marien-Gesänge, die nur vom Bachchor alleine gestaltet wurden. Hier konnte das Ensemble sein ganzes meisterliches Können entfalten. Der Klang war glasklar und durchsichtig, der Chor sang mit viel Empathie, fein abgestimmter Dynamik und perfekter Intonation – kurz, es war ein echter Hörgenuss. Besonders das bekannte „Maria durch den Dornwald ging“, ganz zart und innig interpretiert, sorgte für Gänsehautmomente.

Für das Lied „Mache dich auf und werde Licht“, das wieder im Kanon gesungen wurde, teilte der Dirigent das Publikum nach Geburtsmonaten auf und bewies ein weiteres Mal seinen Humor. Kompliziert wurde es dann mit dem doppelchörig gesungenen „Rorando coeli“ von Jan Campanus Vodnansky. Hier geriet der Klang streckenweise etwas dünn, obwohl sich fast alle Gäste fleißig über ihre Notenblätter beugten.

Mit dem beliebten Adventslied „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel ging das stimmungsvolle Konzert zu Ende. Alle sangen begeistert und fröhlich mit und genossen den vollen Klang des vielstimmigen Chores. Wenig später setzte dann kräftiger, lang anhaltender und herzlicher Applaus ein. Nach einer Zugabe verabschiedete sich Sokoli mit den besten Wünschen für Weihnachten von den Besuchern, die zufrieden den Heimweg antraten.

Mit dem Konzert beendete der Marburger Bachchor seine Feiern zum 50-jährigen Bestehen.

von Bettina Preussner

 
 
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