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Freude, Hoffnung und Zuversicht

Marburger Gospelchor spielte „Latin Jazz Mass“ Freude, Hoffnung und Zuversicht

Ein ungewöhnliches Konzert erlebten am Sonntagabend rund 450 Musikfreunde. Der musikalische Tausendsassa Jean Kleeb präsentierte mit seinem Chor „Joy of Life“ die 
„Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger.

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Der Gospelchor „Joy of Life“ sang unter der Leitung von Jean Kleeb in der lutherischen Pfarrkirche. Im Vordergrund sind die Marburger Jazzmusiker Stefan Koch, Christian Keul, Sven Demandt und Frank Höfliger zu sehen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der abwechslungsreiche Abend begann mit dem Einzug der Sängerinnen und Sänger in die Kirche. Mit einem beschwingten Lied auf den Lippen wanderten sie zum Altar.

Chorleiter Jean Kleeb ging durch die Reihen, gab die Töne an und dirigierte. Zur Einstimmung auf das Konzert spielten dann die vier Jazzmusiker Stefan Koch, Christian Keul, Sven Demandt und Frank Höfliger drei eingängige Instrumentalstücke. Sie harmonierten perfekt und begleiteten den Chor souverän durch den Abend.

Das Konzert war eine spannende und außergewöhnliche Mischung aus den verschiedensten Sprachen und Stilen. Den Grundstock der „Latin Jazz Mass“ bildete die katholische Messfeier. Ergänzt wurde sie durch ganz verschiedene Elemente wie den „Sonnengesang“ des Franz von Assisi und das „Ave Maria“. Martin Völlinger hat in seiner „Mass“ die unterschiedlichsten Musikstile zusammengeschmolzen: Von lateinamerikanischen Rhythmen wie Salsa und Bossa Nova über Gospel bis hin zum Pop ist alles vertreten.

Der Gospelchor „Joy of Life“ schuf von Anfang an einen hellen, runden Klang und sang ­intonationssicher und mit fein abgestimmter Dynamik. Vor allem merkte man den Sängerinnen und Sängern die Freude am Singen an, und die übertrug sich schnell auf das Publikum.

„Ave Maria“ überzeugt

Besonders die fröhlichen, beschwingten Stücke gelangen dem Chor gut, etwa das strahlende Gloria oder der mitreißende Song „I looked up“. Die ernsten Elemente der Messe wie das Kyrie und das Agnus Dei, in denen es um die Bitte um Erbarmen ging, klangen dagegen manchmal etwas belanglos. Aber das lag eher an der Komposition als an der Interpretation des Chores.

Besonders schön war gegen Ende das Ave Maria, ein eindrucksvolles Stück, das aus einem Wechsel aus Sprechen und Gesang bestand. Es wurde ­A-cappella gesungen, was dem Chor einiges abverlangte. Auch das ruhigere Segenslied „Peace I give to you“ konnte mit seiner friedvollen Atmosphäre punkten.

Immer wieder übernahmen drei Chormitglieder im Laufe des Konzertes auch einzelne Solopartien. Katrin Hohmann, Marlene Mahl und Marc Kaiser überzeugten mit ihren schönen Stimmen, auch wenn bei den beiden Frauen die Intonation nicht immer ganz stimmte.

Das Konzert endete mit einer fröhlichen englischen Pop-Ballade, dem „song of gladness“. Sie besang die Freude darüber, dass Gott die Menschen geschaffen hat.

Mit stürmischem Beifall und heftigem Fußgetrampel bedankten sich die Zuschauer bei den Sängerinnen und Sängern und den Musikern. Natürlich durfte das Ensemble nicht ohne Zugabe gehen, und am Schluss standen die Zuschauer begeistert auf und klatschten mit, angefeuert von dem strahlenden Dirigenten Jean Kleeb.

von Bettina Preussner

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