Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Freche Advokaten des Teufels

Kabarettherbst Freche Advokaten des Teufels

Selbst schuld, wer die beiden ein zweites Mal einlädt, das sagen sie selbst. Ihr Programm respektlos zu nennen, wäre untertrieben. Trotzdem waren Team und Struppi erneut zu Gast im KFZ.

Voriger Artikel
Schöne, neue digitale Welt
Nächster Artikel
OP verlost Karten für „Die kleine Meerjungfrau“

Jung, frech, respektlos: Jasper Diedrichsen (links) und Moritz Neumeier sind das norddeutsche Kabarettduo „Team und Struppi“.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Was gibt Dir Halt?“ „Ich trinke relativ viel.“ Schön, dass wir darüber auch gesprochen haben. Nicht nur ihre Heimat (Norddeutsche sind traurig, aggressiv und zurückgeblieben? „Halt! Das stimmt.“), bereits besuchte Städte im Süden Deutschlands („da ist nie frisches Blut reingekommen“) oder nicht anwesende Personen („dämliche alte Schachtel“) kriegen ihr Fett weg.

Die beiden schonen sich auch gegenseitig nicht. Moritz sei ja von Schafen großgezogen worden – obwohl, „was heißt groß?“, ätzt Jasper beispielsweise. „Warum mache ich das?“, fragen sich die beiden im Programm dann schon einmal.
Sollte sich das auch im Publikum jemand fragen? „Team und Struppi“ haben kein Verständnis für Ausharrer. Wenn man vor dem Fernseher sitze, schaue man sich ja auch nicht das an, was einem nicht gefalle.

Ansonsten hat die Antwort, also die Lösung bei allen möglichen Fragen im Zweifel immer mit einem Ministerium zu tun, das von Jasper Diedrichsen und Moritz Neumeier geleitet werden könnte. Und zwischendurch möchte Moritz das Publikum davon überzeugen, dass die Errichtung eines Lagers eine gute Idee wäre. Allen Ernstes?

Duo schon seit 2010 gemeinsam unterwegs

Was Ernst und Kabarett oder Kunstfigur und Comedy ist, was wirklich im Programm steht und was improvisiert scheint, das lässt sich bei dem Duo oft nur schwer sagen. Und genau diese Gratwanderung macht das Programm von „Team und Struppi“ aus. Sie wollen uns weismachen, wir würden vielleicht nur einer harmlosen Plauderei unter Freunden lauschen, beziehungsweise mit dabei sitzen, an einem Tisch in der Kneipe. Deshalb wird auf der Bühne auch getrunken und geraucht. Aber harmlos ist da nichts und die beiden sind teuflisch gut darin, den Advokat des Teufels zu geben.

Nach den beiden Comicfiguren Tim und Struppi benannt, sind die beiden jungen „Anarcho-Kabarettisten“ seit 2010 gemeinsam unterwegs. Sie waren bereits als Poetry-Slammer erfolgreich und wurden nun auch bereits mit Kleinkunst- und Kabarettpreisen ausgezeichnet. Die „Makrelenmaut“, was man Verarsche nennt, was Ehe bedeutet, oder ob es eine gute Idee ist, seinem Kind „rechts“ und „links“ verkehrt herum beizubringen – fragen Sie Jasper und Moritz.

Ob das Marburger Publikum dazu noch einmal Gelegenheit bekommt? Schon ein zweites Mal eingeladen zu werden, das sei schließlich selten bei ihnen, gestehen die beiden. Es ist aber zu vermuten: „Team und Struppi“ kommen wieder.
Mit dem Auftritt des Duos endete am Freitag im KFZ der Marburger Kabarettherbst. Die Fans dürfen sich schon auf den nächsten freuen – wieder im Kulturladen.

KFZ zieht positive Bilanz

Gerti Diermaier organisiert gemeinsam mit Sabine Welter den Kabarettherbst. Sie ist ausgesprochen zufrieden mit der abgelaufenen Saison: „Wir hatten eine tolle Mischung aus klassischem Politkabarett, aus Gesellschafts-Kabarett und auch gewöhnungsbedürftigem Kabarett.“ Die „Großen“ der Szene waren alle ausverkauft, das gilt auch für die Reihe „Komisches für Kids“.

Das Programm für den nächsten Kabarettherbst steht bereits. Stars sind Rolf Miller und Hagen Rether, mit denen das KFZ in größere Hallen gehen wird. Alle anderen Shows werden noch im „alten“ KFZ stattfinden, 2016 dann (vermutlich) im neuen KFZ unter der Stadthalle.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr