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Frauensolidarität? Fehlanzeige!

Theater Frauensolidarität? Fehlanzeige!

Was passiert, wenn vier osteuropäische Au-Pair-Mädchen auf vier deutsche Gastmütter treffen? Vor allem eines: Sie verstehen sich nicht.

Marburg. „Unterschiedliche Erwartungshaltungen prallen aufeinander, das gegenseitige Unverständnis könnte nicht größer sein“, so schildert Regisseur Stefan Blix die Grundsituation des neuen Stücks von Theater Gegenstand, „Gespräche mit Astronauten“. Die jungen Frauen aus fiktiven osteuropäischen Ländern wollen die Welt sehen und etwas erleben, die Gastmütter wollen jemanden, der Kind und den Haushalt versorgt, damit sie sich selbst verwirklichen können. Klischees? Schon, aber mit mehr nur einem Körnchen Realitätsgehalt. Gastfamilien, die ihr Au-Pair am liebsten gar nicht aus dem Haus lassen würden, genervte junge Frauen, die keine Lust auf die ihr anvertrauten Plagen haben - da ist Stress vorprogrammiert. Die Machtverhältnisse wechseln, die Fremdheit bleibt. „Es ist ein unterhaltsames Stück, eine Groteske“, sagt Blix, „keine Sozialstudie, sondern ein Spiel um Egozentrik und fehlende Kommunikation.“

Das Stück der vielfach preisgekrönten Autorin Felicia Zeller hat keine Handlung im klassischen Sinne, sondern ist ein Chor von Stimmen, die durcheinander und gegeneinander sprechen. Die acht Frauen werden in Blix‘ Inszenierung von vier Darstellerinnen gespielt, die in die Figuren hinein- und wieder hinausschlüpfen. Die Männer sind im übrigen abwesend und allerhöchstens als Stimme aus dem Off vorhanden - wohl auch einer der Gründe, warum ihre Frauen der Dienste der Au-Pair-Mädchen so dringend bedürfen. Die weit entfernten Astronauten, mit denen die Gespräche eher weniger stattfinden, das sind sie.

„Gespräche mit Astronauten“ hat am Mittwoch, 17. Juli, ab 20 Uhr in der Waggonhalle Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 19., 20. und 21. Juli.

Von heike Döhn

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