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Fotografen und Besucher sind „mittendrin“

„Blauen Linse“ präsentiert Ausstellung Fotografen und Besucher sind „mittendrin“

Denkmäler und ein Hafengarten, „Bau-Art“ und die Schönheit des Banalen – all das gibt es derzeit im Rathaus zu entdecken.

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Besucher betrachten die „Reportagen“ der Marburger Fotografen von der Vereinigung „Blaue Linse“.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Alljährlich präsentiert die „Blaue Linse“, ein Zusammenschluss für gestaltende Fotografie, eine Ausstellung zu einem gemeinsamen Thema. Dieses Mal sind es „Reportagen“, denen sich die 13 teilnehmenden Mitglieder gewidmet haben – in ganz unterschiedlichen fotografischen Interpretationen.

Mit Heike Heuser und Hans Lindt dokumentieren gleich zwei von ihnen die Bauarbeiten auf dem künftigen Campus Firmanei. Erhart Dettmering hat den Umbau der Orgel in der Elisabeth-Kirche begleitet und Gudrun Niessner-Wild fotografische Randnotizen von ihrem „Weg zu Frau Koppe“ in Marburg mitgebracht. Susanne Saker ist zu seinem „Urban Gardening“-Projekt nach Offenbach gereist, Reinhard Keller an den Edersee, wenn dieser in der Nachsaison „still ruht“.

Sibylle Markl hat Momentaufnahmen vom Fest der Arabischen Schule am Richtsberg eingefangen, wo Kinder zum ersten Mal mit dem Klangkoffer der Kunstwerkstatt experimentierten. Cornelius Schulz dokumentiert die „unterbrochene Beerdigung“ einer Ära, nämlich der des Marburger Amtsgerichts.

Einblick ins Leben einer Afghanin

Peter Marx kombiniert Fotografien von Denkmälern in Wiesbaden mit Texten, Armin Bender erzählt vom hessischen Handwerk des Seidenwebens, Andrea Freisberg hat fotografische Eindrücke von einer Frauen-Kreativ-Woche im Vogelsberg mitgebracht und Thomas Kämpchen begleitet eine junge Frau, die sich „ausgehfein“ macht.

Auch das Thema Flüchtlinge ist in der Ausstellung präsent. Edgar Zieser ergänzt Porträts von Frauen aus Afghanistan mit Satellitenaufnahmen ihrer Heimat und handschriftlichen Erzählungen zu Collagen, die einen ganz besonderen Einblick in das „Da-Sein“ der Frauen geben.

Wie genau eine Reportage Einblicke gibt, das erläuterte OP-Foto-Redakteurin Nadine Weigel in ihrer Einführung bei der Vernissage am Mittwochabend. Eine Reportage sei im Journalismus ein dramaturgisch aufbereiteter Hintergrundbericht, so Weigel. Dabei befinde sich nicht nur der Reporter „mittendrin“ im Geschehen, sondern später auch der Leser oder Betrachter. Reportage-Fotos seien „Fotos, die bewegen und die Welt verändern“.

Es müssten allerdings längst nicht immer Krieg und Katastrophen sein – Reportage-Fotos dokumentieren auch das alltägliche Leben. So wie in der Ausstellung.

  • Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober geöffnet, montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12.30 Uhr, samstags von 14 bis 17 und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

von Nadja Schwarzwäller

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