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Fotograf experimentiert mit Licht

Ausstellung im Marburger Rathaus Fotograf experimentiert mit Licht

Schloss und Oberstadt, 
altes Fachwerk und enge Gassen – viele Marburger Orte sind beliebte Fotomotive. Der Fotograf ­Henrik Isenberg zeigt 
in einer Ausstellung ­seinen Blick auf die Stadt.

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Gewitterwolken bauen sich bedrohlich über dem Marburger Landgrafenschloss auf, ein Blitz zuckt über den düsteren Himmel, während im Hintergrund die Sonne ­untergeht. Das ungewöhnliche Schlossbild ist in der Ausstellung von Henrik Isenberg zu sehen.

Quelle: Henrik Isenberg

Marburg. Was für ein Panorama! Das Marburger Schloss in einem Sommergewitter, düstere Wolken, Blitz und alles, was dazugehört. Diese Aufnahme von Henrik Isenberg wurde im ­Internet bereits fast eine halbe Million Mal angesehen. Spektakulär und optisch typisch für die Arbeit des Marburger Fotografen.

„Alle meine Bilder sind stark nachbearbeitet“, erklärt Isenberg. Deshalb nennt er sie eben auch „Bilder“ und nicht „Fotos“. 90 Prozent sind darüber hinaus genaugenommen nicht nur ein Bild, sondern mehrere Bilder, die am Computer zusammengesetzt wurden.

Er habe einen starken Bezug zur Naturfotografie, sagt der 25-Jährige. Und er liebe es, mit Licht zu experimentieren. Auch wenn er einmal Menschen vor seiner Linse hat, spiele das Licht die entscheidende Rolle.

Früher habe er verschiedene Lichtstimmungen häufiger in der Nachbearbeitung in die Bilder „reingebastelt“, heute arbeitet er mehr mit den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Er freut sich darüber, dass seine Bilder vielen Menschen gefallen, nimmt aber gerne Kritik an. Das, worauf es aber letztlich ankommt, ist das eigene Bauchgefühl, „darauf muss ich hören“, erläutert Isenberg.

Til Schweiger macht Strich durch Terminplanung

Eigentlich ist es sein Zwillingsbruder gewesen, der als erster fotobegeistert war. Zur Konfirmation kaufte sich Henrik Isenberg dann die erste eigene Kamera. Er macht sein Fach­abitur und ist mit seinem Bruder und einem Freund in Australien unterwegs, als der Vater in Deutschland erzählt, beim Bildarchiv Foto Marburg sei eine Ausbildungsstelle zum Architektur- und Industriefotografen ausgeschrieben. Viel früher als geplant reist Henrik zurück und bekommt die Stelle. „Da habe ich dann noch einmal doppelt so viel dazugelernt“, sagt der 25-Jährige. Heute wählt er zum Beispiel oft ganz andere Optiken.

Zwei Ausstellungen hatte er bereits – eine in der Alten Synagoge in Wetter und eine in der Gemeindeverwaltung Sterzhausen. Nun darf er seine Bilder an prominenter Stelle, im Marburger Rathaus, präsentieren.

Eigentlich hätte die Vernissage an seinem Geburtstag stattfinden sollen – da machte ihm allerdings Regisseur Til Schweiger einen Strich durch die Rechnung. Weil der die Marburger Oberstadt als Kulisse für seinen neuen Film „Conni & Co 2“ nutzt, wäre der Zugang zum Rathaus ein Problem gewesen.

Der Ausstellungstitel „Marburg“ kommt natürlich nicht von ungefähr: Stadtlandschaften und Architektur hat Henrik Isenberg ( Foto: Schwarzwäller) ausgewählt; 21 Motive insgesamt, die in den vergangenen vier Jahren entstanden sind – prägnante Ecken ebenso wie Orte, an die sonst nicht so viele Menschen gelangen. Dazu zählen neben dem spektakulären Panorama zum Beispiel auch Bilder vom Schlosssteig oder aus dem Dachwerk der Universitätskirche. An dessen Dokumentation war der Fotograf im Rahmen seiner Ausbildung beteiligt.

Seit drei Jahren wohnt der Kernbacher übrigens auch in der Universitätsstadt. Und wenn er nicht in Marburg fotografiert, dann zieht es ihn in die weite Welt, zum Beispiel nach Norwegen. Preisgekrönt ist er auch schon längst – 2012 wurde ihm ein Sonderpreis beim „Blende“-Wettbewerb zuerkannt, 2013 siegte er mit seinem Bild „against the colors“.

  • Die Ausstellung wird diesen Mittwoch um 19 Uhr im Rathaus eröffnet. Sie ist dort bis zum 31. August täglich zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

von Nadja Schwarzwäller

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