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Fotofilm wird zum Daumenkino

Marburger Theatersommer 2014 Fotofilm wird zum Daumenkino

Volker Gerlings Daumenkinos zeigen Studien von Menschen, die ihm begegnet sind oder von Orten, die ihn fasziniert haben. Am Donnerstag und Freitag, 19. und 20. Juni, ist er damit in Marburg unterwegs. Freitagabend tritt er ab 21 Uhr im Theater am Schwanhof auf.

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Mit einer Videokamera projiziert Volker Gerling bei der Bühnenshow seine Daumenkinos auf eine Leinwand und erzählt dazu die Hintergrundgeschichte.Foto: Franz Ritschel

Marburg. Mit seiner analogen Spiegelreflexkamera „filmt“ der bei Berlin lebende Volker Gerling seine Umwelt. Innerhalb von 12 Sekunden entstehen die Porträtdaumenkinos, so viele Bilder hat eine komplett belichtete Rolle Kleinbildfilm. Was die Kamera ablichtet und gleichzeitig auslässt, erzählt später auf Fotopapier die Geschichte einer Begegnung. Die Beobachtungen von Orten sind länger. Das umfangreichste Kino enthält 80 Bilder und zeigt die Choreographie pinkelnder Männer auf einer Berliner Theatertoilette.

Seine Motive findet Gerling in und um Berlin und auf seinen Wanderschaften. Zum ersten Mal brach er dazu ohne eigenes Geld 2003 nach seinem Kamera-Studium auf, das er an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg mit Auszeichnung abgeschlossen hatte.

Aus einem alten Küchentablett baute er sich einen Bauchladen und zeigt damit den Passanten eine Auswahl seiner etwa 40 Daumenkinos. Es gefalle ihm die Zeit in die Finger zu bekommen und spielerisch damit umzugehen, so Gerling. In erster Linie gehe es ihm jedoch um die Begegnung mit Menschen. „Ich freue mich sehr darauf, nach längerer Zeit wieder unterwegs zu sein“, freut sich der einzige professionelle Daumenkinograph Deutschlands auf seinen Besuch in Marburg.

Mit seinem Bühnenprogramm „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“ wird Volker Gerling am Freitag ab 21 Uhr in der Black Box des Hessischen Landestheaters zu sehen sein. Auf einer Leinwand wird man sehen wie Gerling seine Daumenkinos abblättert. Dazu erzählt er von den Menschen und Orten, die er gesehen und erlebt hat.

von Mareike Bader

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