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Flüchtlingskrise und Farce über die IRA

Hessisches Landestheater Flüchtlingskrise und Farce über die IRA

Am Freitag stehen beim Hessischen Landestheater Marburg gleich zwei 
 Premieren auf dem Programm: „Zuhause ist Krieg“ und „Der Leutnant von Inishmore“.

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Eine Szene aus „Der Leutnant von Inishmore“ des Theaterlabors mit Henning Bakker und Luise von Gierke.

Quelle: Merit Engelke

Marburg. Im April war und ist das Hessische Landestheater extrem aktiv: Nach „Alles weitere kennen Sie aus dem Kino“, ­„König David“, „Agonie und Ekstase des Steve Jobs“ und dem Theater in der Finsternis „Kommissar Grimmig reist nach ­Hesperien“ stehen am Freitagvormittag um 10 Uhr in der Otto-Ubbelohde-Schule Premiere Nummer 5, „Zuhause ist Krieg“, und Freitagabend um 19.30 Uhr Premiere Nummer 6, „Der Leutnant von Inishmore“, bevor.

„Zuhause ist Krieg“ ist eine Uraufführung. Entwickelt wurde das Klassenzimmerstück für Kinder ab 8 Jahren von Regisseurin Annette Müller. Nach der Premiere kann es von Schulen gebucht werden.
Das Stück thematisiert den Blick von Kindern auf eines der drängendsten Probleme unserer Zeit: die Flüchtlingskrise vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien, im Irak, im Südsudan, in Afghanistan.

Annette Müller ( Privatfoto) hat sich gemeinsam mit den Darstellern Thomas Huth und Karlheinz Schmitt sowie Dramaturg Franz Burkhard und dem Musiker Michael Lohmann mit zentralen Fragen auseinandergesetzt:

Was denken Kinder, die flüchten mussten? Gibt es Worte, die beschreiben, was sie gesehen haben? Welche Bilder begleiten sie, wenn sie an ein Zuhause denken, das es nicht mehr gibt? Was durften sie mitnehmen? Sind sie bei ihren Familien? Wovon träumen sie? Wissen sie, wo ihre Schulfreunde sind?

Annette Müller richtet ihren Blick auf die Sicht der Kinder, auf die, „die fliehen mussten“, aber auch auf die, „die hier sind, die Nachrichten verfolgen und die neuen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden begrüßen: Was erwarten die Kinder, wer da kommt? Welche Erlebnisse und Eigenschaften schreiben sie den neuen Mitschülern zu?“, teilte das Hessische Landestheater mit.

Theaterlabor zeigt 
irisches Stück

Das Theaterlabor des Hessischen Landestheaters gibt jungen Erwachsenen die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen Theater zu spielen. In diesen Jahr steht „Der Leutnant von Inishmore“ des irischen Dramatikers Martin McDonagh auf dem Programm. Premiere ist am Freitagabend um 19.30 Uhr in der Black Box des Theaters am Schwanhof.

Für Regie und Ausstattung zeichnen die beiden Ensemblemitglieder Lisa-Marie Gerl und Victoria Schmidt verantwortlich. Gemeinsam mit 15 jungen Darstellerinnen und Darstellern bringen sie ein Stück auf die Bühne, das sich in Form einer witzigen Farce mit dem IRA-Terror auseinandersetzt.

Padraic arbeitet für eine Untergruppe der IRA. Er ist es gewohnt, offene Fragen mit der Maschinenpistole und roher Gewalt zu beantworten. Sein einziger Freund ist sein Kater Wee Thomas. Als dieser von dem 17-jährigen Davey auf seinem Fahrrad überrollt wird, ist Padraic am Boden zerstört und schwört Rache. Denn wer einer Katze etwas antut, der ist kein Mensch.

Also macht sich der Schießwütige auf den Weg in sein Heimatdorf, um die Täter für ihr Verbrechen bezahlen zu lassen. Darunter ist auch sein Vater, der auf Wee Thomas hätte aufpassen sollen. Doch Padraic hat sich mit der Zeit eine Menge Feinde gemacht, und die kommen zum Teil auch noch aus seinen eigenen Reihen. Autor McDonagh erzählt den „Untergang einer Befreiungsarmee als Katzenverwechslungsspiel“, so das Hessische Landestheater.

In den vergangenen Jahren hat das Theaterlabor „Penthesilea.Prozess“ (2012), „Hauptsache Arbeit!“ (2013) und „Die Orestie des Aischylos“ (2014) auf die Bühne gebracht. In der neuen Produktion wirken mit: Henning Bakker, Maike Böning, Miriam Cochanski, Julia Ecker, Matthias Feldmann, Shari Gerbode, Anne Hart, Vivien Janke, Nico Köhler, Ricarda Koopmann, Philip Lütgenau, Sabrina Sandfuchs, Wiebke Seeleib, Daphne Tokas und Luise von Gierke.

von Uwe Badouin

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