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Flinke Läufe auf kleinen Trompeten

Adventskonzert in Stadtallendorf Flinke Läufe auf kleinen Trompeten

Eine Reise durch das festliche Barock versprach das zweite Stadtallendorfer Adventskonzert mit Werken von Purcell, Telemann oder Vivaldi. Als Solisten spielten Philip Schütz und sein ehemaliger Lehrer Florian Balzer auf Bachtrompeten.

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Die Trompeter Philip Schütz (sitzend) und Florian Balzer begeisterten gemeinsam mit den Kurhessischen Barocksolisten beim zweiten Stadtallendorfer Adventskonzert.

Quelle: Mareike Bader

Stadtallendorf. Ein festliches Konzert mit familiärem Charakter erlebten die Zuhörer in der gut besuchten Stadtkirche in Stadtallendorf beim zweiten Konzert der 35. Stadtallendorfer Adventskonzerte.

Im Mittelpunkt des Konzertes standen die beiden Trompeter Philip Schütz und sein ehemaliger Lehrer Florian Balzer. Bei Balzer hatte Philip Schütz bis 2014 seine künstlerische Ausbildung im Studiengang Trompete am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt erhalten. Wie Schütz, der aus Dittershausen an der Schwalm stammt, ist auch Balzer regional verwurzelt – er kommt aus ­Niederwald.

Wie gut sich die beiden Profi-Trompeter kennen, war besonders beim abschließenden Konzert für zwei Trompeten und Orchester in C-Dur von Antonio Vivaldi zu hören, das die beiden schon mehrfach aufgeführt haben. So wechselte im dritten Satz die Melodie mehrmals zwischen den beiden hin und her, ohne dass ein Übergang zu spüren war. Selbst bei den schnellen, virtuosen Läufen wirkten beide wie eine Einheit.

Melodien fließen gefühlvoll

Gemeinsam eröffneten sie feierlich das zweite Adventskonzert mit der Ouvertüre in D-Dur, op. 3 Nr. 7, von William Corbett. Zur Mitte des Konzerts trat aber jeder der beiden Profi-Trompeter alleine auf. Beim Konzert für Trompete und Orchester in D-Dur des italienischen Komponisten Giuseppe Tartini, das ursprünglich als Violinenkonzert komponiert wurde, brillierte Florian Balzer mit hoher Beweglichkeit bei den schnellen Läufen mit feinen Trillern.

Philip Schütz, seit 2015 Leiter der evangelischen Sing- und Musikschule Stadtallendorf, hatte sich dagegen eines der wenigen originalen Trompetenkonzerte von Telemann aus dem Barock ausgesucht. Gefühlvoll ließ er die Melodie fließen. Den abschließenden vierten Satz beherrschen auch bei Telemann schnelle Läufe, die Schütz souverän meisterte.

Für die Interpretation griffen die beiden Trompeter auf ­sogenannte Bachtrompeten zurück, die speziell für das Spielen barocker Musik, wie etwa von Johann Sebastian Bach, entwickelt wurden. Die modernen Instrumente sind kleiner gebaut, wodurch die „Töne besser anspringen“, wie Schütz im Gespräch erklärte. Die Technik bleibe jedoch die gleiche.

Umrahmt wurden die beiden Solokonzerte von der „Abdelazer Suite“ von Henry Purcell, ­gespielt von den Kurhessischen Barocksolisten, einem Ensemble, das sich aus Musikern des Philharmonischen Orchesters Gießen und Musikern aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammensetzt. Sie unterstützten auch bei den anderen Werken die beiden Trompeter mit ihrem warmen Streicherklang.

Das Publikum bedankte sich mit einem kaum enden wollenden Applaus und wurden mit zwei Zugaben wiederholt. Philip Schütz und Florian Balzer sind an Heiligabend ab 18 Uhr zur Christvesper wieder in der Stadtkirche zu hören, dann mit Orgelbegleitung.

Drittes Adventskonzert

Am Sonntag, dem 3. Advent, findet ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche das große Chor- und ­Orchesterkonzert der evangelischen Sing- und Musikschule­ Stadtallendorf statt. Auf dem Programm stehen Werke des Engländers John Rutter, einem der  bedeutendsten und populärsten noch lebenden Komponisten für sakrale Chormusik.

Als Höhepunkt erklingt das glanzvolle „Magnicat“. Solistin ist die Sopranistin Theresa Zänglein. Die Gesamtleitung hat Philip Schütz. Moderiert wird das Programm durch Dr. Florian Schmitz aus Kassel.

von Mareike Bader

 
 
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