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Filmteam besucht Marburg

Die Männer der Emden Filmteam besucht Marburg

Sandstürme, überraschende Monsunregen, in voller Soldatenmontur bei 30 Grad über Sandstrände von Sri Lanka: Das Team des Filmdramas „Die Männer der Emden“ kann so leicht nichts mehr erschrecken.

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Die Darsteller Marcus Ares (links) und Jochen Kalenda stellten im Capitol-Center den Abenteuer-Kriegsfilm „Die Männer der Emden“ vor.Foto: Leonie Ruhland

Marburg. „Die Männer der Emden“ ist der neue Film von Berengar Pfahl, der derzeit im Capitol-Center läuft. Am Sonntag war ein Teil des Teams in Marburg: Die Darsteller Marcus Ares und Jochen Kalenda sowie Regieassistentin Katharina Köhntopp sprachen über die Dreharbeiten für den ungewöhnlichen Film. Er beruht auf einer wahren Begebenheit: Es ist die Geschichte einer 50-Mann-Besatzung, die zuschauen muss, wie ihr Schiff Emden im indischen Ozean versinkt. 13000 Kilometer weit entfernt von ihrer Heimat, und das mitten im 1. Weltkrieg. Geleitet von Hellmuth von Mücke macht sich die Gruppe auf den langen und gefährlichen Rückweg.

„Es gibt einen zivilen und einen militärischen Handlungsstrang“, erklärt Katharina Köhntopp. Die Regieassistentin des Films zeigte am Sonntag als Vertretung von Regisseur Pfahl einen Making-Of-Ausschnitt des Drehs. Auch die Darsteller Marcus Ares und Jochen Kalenda beantworteten Fragen, bevor der Film gezeigt wurde.

„Es ist ja sehr selten, dass eine deutsche Produktion einen so aufwändigen Film macht“, meint Kalenda, der die Rolle des Kapitäns Jürgensen spielt. „Da macht es besonders Spaß, dabei zu sein!“

Der Heiterkeit stehen allerdings ein paar Stolpersteine im Weg. Denn das 160 Personen umfassende Filmteam muss sich nicht nur auf unerwartete Ausbrüche von Mutter Natur einstellen. Gedreht wurde unter anderem in Tunesien während der Revolution, wo Zöllner historische Waffen nicht ins Land lassen wollten. In einem riesigen Wassertank in Malta, in dem bereits Szenen für „Titanic“ gedreht wurden, mussten die Darsteller bei der Inszenierung eines Tropensturms eiskalte Wasserfluten über sich ergehen lassen. Besonders spannend schienen aber die Dreharbeiten mit den Kamelen. In der arabischen Wüste erhielt die Gruppe Reitunterricht, der bereits beim Aufstieg etwas hakte, weil die Tiere nicht so wollten wie die Darsteller.

Aber es zahlte sich aus: „Gerade das Setting trägt ja viel dazu bei, sich emotional in die Rolle einfühlen zu können“, meint Ares. Der Film „Die Männer der Emden“ spielt zum Teil nach wahren Begebenheiten und spiegelt eine Situation wider, die man sich heute nur schwierig vorstellen kann. Aber gerade das sei auch der Ansporn an einen historischen Film, so Kolenda am Ende des Gesprächs. „Es ist der Reiz, in andere Kostüme zu schlüpfen, andere Haltungen einzunehmen und einfach mal anders zu denken, als man heute eben denkt.“

Das Ergebnis zeigt ein 110-minütiges Abenteuer mit einer bewegenden Geschichte, die den Zuschauer um viele Jahrzehnte zurückreisen lässt.

Auch Christa Geibel-Emden aus Friebertshausen war bei der Veranstaltung im Capitol dabei. Ihr Großvater, erzählte sie der OP, war eines der Besatzungsmitglieder der Emden. Alle Überlebenden durften später den Zusatz Emden an ihren Nachnamen anhängen, als Belohnung für das überstandene Abenteuer. Bis heute träfen sich Nachfahren der Matrosen regelmäßig.

Ihr Großvater gehörte nicht zu der Gruppe, die sich auf den langen Fußweg zurück nach Deutschland machte, von dem der Film erzählt. Er habe Glück gehabt und sei in Gefangenschaft geraten. Man habe ihn nach Malta gebracht, wo er bis zum Kriegsende geblieben sei.

Die, die die Torturen des Rückwegs, die Stürme, Durst, Hitze und Hunger überlebt hätten, hätten weniger Glück gehabt. Sie seien zu Hause schnell wieder an die Front geschickt worden, erzählt Christa Geibel-Emden. Dort starben viele Überlebende der Emden.

Der Film läuft Freitag und Samstag um 22.45 Uhr im Capitol

von Leonie Ruhland und Uwe Badouin

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