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Filmklassiker am laufenden Band

Theater Gegenstand spielte „Casablanca Jones“ Filmklassiker am laufenden Band

Mit „Casablanca Jones und die Tränen der Mona Lisa“ hat Theater Gegenstand ein witziges und kurzweiliges Stück auf die Bühne der Waggonhalle gebracht. Am Samstag war Premiere der Neuinszenierung.

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Der Privatdetektiv Casablanca Jones (Philipp Seitz) und Maria Villani (Magdalena Kaim) werden in haarsträubende Abenteuer verwickelt.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Im Mittelpunkt der Komödie steht Privatdetektiv Rick Jones alias Casablanca 
Jones, ein Held der besonderen Art, der die Eigenschaften vieler berühmter Filmhelden in sich vereint.

Als seine große Liebe Maria Villani ihm einen geheimnisvollen Auftrag erteilt, beginnt für die beiden ein spannendes Abenteuer und eine gefährliche Reise quer durch Europa. Dabei entdecken sie ihre Liebe zueinander neu und können ganz nebenbei noch die Welt vor dem Bösen retten.

Erzählt wird eine ironische, leicht abstruse und absichtsvoll verwickelte Detektivgeschichte, in der es von Anspielungen auf die Filme Casablanca, Indiana Jones und Da Vinci Code nur so wimmelt. Der Text stammt von Martin Ester, Norbert Deeg und Inga Berlin vom Theater Gegenstand. Entstanden ist ein unterhaltsames Potpourri aus skurrilen Versatzstücken, die einem allesamt irgendwie bekannt vorkommen.

Inga Berlin schlüpft in sieben Rollen

Dass das Ganze zu einem echten Theaterspaß wird, liegt zu allererst an der tollen Leistung der vier Schauspieler. Philipp Seitz spielt Rick Jones als unverbesserlichen Möchtegern-Macho, der seine Angebetete mit markigen Sprüchen beeindrucken will. Magdalena Kaim gibt die Maria als anschmiegsame Verführerin, die aber im Hintergrund die Fäden zieht, die Männer verwirrt und manipuliert.

Ein besonderes Kunststück vollbringt Inga Berlin, die sage und schreibe in sieben verschiedene Rollen schlüpft. Ebenso wandelbar zeigt sich Peter Gerst, der unter anderem als Croupier, als Abt, als Page und als Bischof zu sehen ist. Am Schluss schaffen es die beiden sogar, in einer Szene zwei unterschiedliche Rollen gleichzeitig zu spielen.

Das Stück lebt auch von den vielen witzigen und überdrehten Spielideen, die das Regie-Duo Peter Gerst und Magdalena Kaim mit viel schwarzem Humor in Szene setzt. Da verwandeln sich plötzlich zwei Darsteller in leblose Stoffpuppen, die über die Bühne geschleift werden, da baumeln plötzlich „Leichenteile“ von der Decke, und da stirbt der Bischof einen melodramatischen Tod mit großem Weh und Ach.

Spartanische Ausstattung trägt zum Gelingen bei

Der ständige Rollenwechsel sorgt immer wieder für Heiterkeit, und man muss die Schauspieler für ihre Flexibilität bewundern. Am Schluss schießt jeder auf jeden, und keiner blickt mehr so richtig durch. Aber alle Bösen sind zum Glück tot, und die Bombe fällt doch nicht in die Hände der grausamen Nazis.

Die Musik und das schlichte Bühnenbild tragen ebenfalls zum Gelingen der Inszenierung bei. Einzige Requisiten auf der Bühne sind zwei Stühle und ein Schreibtisch. Die vielen Ortswechsel werden durch Projektionen alter Postkarten auf eine Leinwand suggeriert, dazu ertönt häufig die passende Filmmusik. So wird mit einfachen Mitteln immer wieder Atmosphäre geschaffen. Am Ende des unterhaltsamen Theaterabends zeigten sich die Besucher begeistert und bedankten sich mit stürmischem Beifall bei den Darstellerinnen und Darstellern.

  • Weitere Aufführungen von „Casablanca Jones und die Tränen der Mona Lisa“ sind am Donnerstag und Montag, 26. und 30. November, jeweils um 20 Uhr in der Waggonhalle.

von Bettina Preussner

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