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Filmischer Abgesang auf den amerikanischen Traum

Kinostart: „A Most Violent Year“ Filmischer Abgesang auf den amerikanischen Traum

Oscar Isaac und Jessica Chastain setzen als ehrgeiziges Unternehmer-Ehepaar auf Öl – und das große Geld. „A Most Violent Year“ lässt die Luft aus dem amerikanischen Traum.

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Für Abel Morales (Oscar Isaac) und seine Frau Anna (Jessica Chastain) geht es um alles oder nichts.

Quelle: SquareOne/Universum

Wer hart arbeitet, kann alles erreichen – nur wenn es um Öl geht, muss man ein bisschen härter sein. Der amerikanische Traum und das große Geld in der Ölindustrie, zwei der zentralsten Motive des US-Kinos, verhandelt der neue Film von J.C. Chandor. „A Most Violent Year“ spielt in einer eher nicht friedfertigen Zeit: dem New York der frühen Achtzigerjahre.

Dort hat sich der spanische Einwanderer Abel in der Heizölbranche hochgearbeitet und will seine Firma weiter ausbauen. Weil Kriminalität und Korruption die Stadt im Griff haben, wird das für ihn und seine Familie gefährlich.

Ist der Traum nur ein Traum?

Ein Mann kämpft um seine Existenz. Weniger spannend ist dabei, von wem Abel sich wie viel Geld leihen muss, und wie er diejenigen dazu bekommt. Interessanter ist der Konflikt, den Abel mit seiner Frau Anna austrägt: So zart und zerbrechlich Jessica Chastain („The Disappearance of Eleanor Rigby“) als Unternehmergattin mit erdbeerblondem Haar und teuren Satinblusen wirkt, so skrupellos kann sie sein, wenn es um das Vorankommen der Firma geht.

Regisseur Chandor verhandelt bei all dem die Frage, wie realistisch der amerikanische Traum ist. Gelingt er auf legalem Weg? Abel hält sich für rechtschaffen, der Zuschauer weiß es besser. Chandor entzaubert einen Mythos.
Bemerkenswert neben dem intensiven Spiel von Oscar Isaac und Jessica Chastain ist die Ausstattung des Films.

Von den Kostümen über die Möbel bis zu den überlangen manikürten Fingernägeln Chastains ist die Opulenz der Achtziger zu sehen. Am meisten beeindruckt dabei aber New York – eine Stadt, die man tausendmal gesehen zu haben meint, die hier aber eine so ganz andere ist.

Menschen werden im gleißenden Sonnenlicht überfallen, von den U-Bahn-Stationen bis zu den Gebäuden ist alles im Verfall. Von hektischen Menschenströmen ist nichts zu sehen, stattdessen Polizisten, die in ihrer Idiotie und Trägheit direkt einer „Simpsons“-Folge entsprungen sein könnten.

Mehr als zwei Stunden dauert der atmosphärische Film, der viel hat für eine gute Geschichte, am Ende aber trotzdem nicht ganz begeistert. Dafür bleiben die Dialoge ein wenig hölzern, der Plot ist vorhersehbar. Gedreht wurde unter anderem in Stadtteilen wie Brooklyn, der Bronx oder Staten Island. Am Ende bleibt auch Abel nur, sehnsüchtig nach Manhattan zu blicken.

  • Der Film läuft im Filmkunsttheater Atelier.

von Alexandra Stahl

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