Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Filme gucken bis tief in die Nacht

Filmfest Filme gucken bis tief in die Nacht

Bis weit nach Mitternacht harrten die Besucher des Kurzfilmfestivals Open Eyes aus, das noch bis Sonntag am und im G-Werk läuft.

Voriger Artikel
Applaus für die spanischste aller Opern
Nächster Artikel
Chorklang voller Dynamik und Brillanz

Entspanntes Warten auf das Filmprogramm: Matis Burkhardt (links) war als einziger Filmemacher am Eröffnungsabend persönlich anwesend und sagte seinen Spielfilm „Interferenz“, der als vierter Beitrag lief, auch an.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. „Die Marburger Kinolandschaft hat schon einen gewissen Ruf“, sagte Matis Burkhardt anerkennend. Bei der Eröffnung des 20. Open Eyes- Filmfests am Donnerstagabend war der aus Berlin angereiste Filmemacher vorläufig der einzige. Gespannt war er, erstmals die Reaktion des Publikums direkt miterleben zu können, beim mittlerweile fünften Start seines 28-minütigen Spielfilms „Interferenz“ auf einem Festival.

Wenn die Spesen gezahlt worden wären, wäre er auch gerne nach Bogota, Bangkok oder Ljubljana gefahren - angeboten worden sei ihm jedoch nur ein Schlafplatz in Marburg. Nach Tübingen wurde sein Abschlussfilm von der der Beuth Hochschule Berlin nun zum zweiten Mal in Deutschland bei einem Filmfest gezeigt.

Publikum wählt die Gewinner des Festivals

Die Geschichte um die durch die Stimme eines Radiomoderators in einer Frau erweckte Sehnsucht und Verlangen, die durch plötzliche Zuhöreranrufe gestörte innige „Zweisamkeit“ zwischen Zuhörerin und Sprecher und das jähe „Beziehungsende“ nach eigenem Anruf kam dem Applaus nach gut bei den etwa 100 Zuschauern an. Inspiriert wurde der Film übrigens von dem Lied „Christopher Lydon“ der Dresden Dolls. Wie der Film letztlich abschneidet, wird erst am Sonntag nach Mitternacht feststehen, wenn alle Publikumsstimmzettel ausgewertet sind.

Bis dahin hat man Gelegenheit, im zum Freiluftkino umgestalteten Garten des Café Trauma über 80 aus über 500 Einsendungen ausgewählte Kurzfilme aus dem In- und Ausland anzuschauen sowie mit Filmemachern ins Gespräch zu kommen. Der Publikumspreis wird in den Kategorien Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilm vergeben.

„Ich konnte es kaum glauben, dass es jetzt schon 20 Jahre Open Eyes gibt“, sagte die Marburger Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach, die Schirmherrin des Filmfests, in ihrer Eröffnungsrede. Auch über die hohe Zahl der Einsendungen habe sie sich gewundert. Vielleicht kenne in Marburg selbst nicht jeder das Festival, aber es strahle dafür weit über die Stadt hinaus.

Der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert (SPD) fand es toll, dass es gelungen sei, ein solches Kulturprogramm im Landkreis zu etablieren. Bis vor kurzem war der Diplom-Pädagoge Leiter des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation, und er unterstrich: „Durch bewegte Bilder entstehen Emotionen, es werden Informationen weitergegeben, daher ist für mich die Filmpädagogik unheimlich wichtig.“ Er hob den Zusammenhang des Festivals mit der Medienpädagogik an der hervor. Die Ehrenamtlichen werden bei der Erstellung des Programms und Durchführung des Fests von 20 Studierenden eines Projektseminars im Studiengang Kunst, Musik und Medien unterstützt.

Wie es sich für einen Eröffnungsabend gehört, gab es ab und zu technische Probleme - mal fehlten die Untertitel, dann der Ton, und der Film musste neu gestartet werden. Etliche Besucher blieben bis zum Schluss gegen 1.30 Uhr. Popcorn, selbstgemachte Speisen von veganen Gerichten bis zur klassischen Bratwurst boten genügend Stärkung. Ein Teil der Zuschauer hüllte sich zu späterer Stunde in Decken, die auch ausgeliehen werden können. Andere hielten in Shorts und T-Shirts bis zum Ende durch.

Am heutigen Samstag gibt es ab 16 Uhr ein offenes Haus mit diversen Aktionen auf dem Gelände und Kaffee und Kuchen in der BaariBar. Zeitgleich startet der Experimentalfilmblock. Ab 18.30 Uhr gibt es einen Retrospektiven-Block mit dem Besten aus 20 Jahren Open Eyes sowie das Filmemacher-Sofa.

Das beliebte Garagenkino, in dem sich die Besucher auch spontan mit eigenen Filmen einbringen können, startet um 20 Uhr. Das Abendprogramm, der Höhepunkt jedes Filmfesttages, beginnt um 22 Uhr im Garten. Ab Mitternacht kann parallel im Tanzsaal bei „G-lectric meets Open Eyes“ zu elektronischen Klängen gefeiert und getanzt werden.

DVD vereint die besten Filme aus 20 Jahren

Am Sonntag geht es um 12 Uhr mit einem im Tageskartenpreis enthaltenen Brunch mit Filmemachern los. Um 14 und 18 Uhr starten die Sonntagskino-Blöcke, dazwischen gibt es um 16 Uhr das Filmemacher-Sofa.

Um 20 Uhr öffnet wieder das Garagenkino, das Abendprogramm startet um 22 Uhr, ab 1 Uhr heißt es dann Bekanntgabe und Präsentation der Gewinnerfilme.

Zum 20-jährigen Bestehen von Open Eyes wird eine DVD mit den besten Filmen aus dieser Zeit erstellt. Während des Festivals kann man sie nur vorbestellen - denn als letzter Film wird noch der Gesamtsieger 2013 hinzugefügt werden.Von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr