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Filippa genießt London in vollen Zügen

OP-Buchtipp Filippa genießt London in vollen Zügen

Ein junge schwedische Studentin schafft die Aufnahme an der wohl besten Schauspielschule der Welt. Das reicht für ein ganzes Buch bester Unterhaltung. Respekt Frau Abrahamson.

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London ist groß. London ist schön. London bietet ausreichend Platz für tolle, traurige, peinliche, und liebevolle Momente. Filippa darf davon kosten.

Quelle: Götz Schaub

Also zuletzt kamen die erfolgreichen schwedischen Autoren mit immer härterer Krimi-Kost daher. Ein Mord perfider und brutaler als der andere. Nun, da ist es schon ein Trost, ja eine buchstäbliche Erleichterung, dass schwedische Autoren auch ganz anders können: locker, flockig und lustig, trotzdem spannend und ganz nah am ganz normalen Leben. Emmy Abrahamson versucht sich dabei gleich an einer angekündigten Trilogie, von der bereits zwei Bände erschienen sind: Aktuell „Go for it! Wie ich London die Schau stahl (oder London mir)“ und zuvor „Mind the Gap! Wie ich London packte (oder London mich)“.

Und weil es immer besonders schwer ist, nach einem spritzigem Debüt im Mittelteil einer Trilogie den Erwartungen der gewonnenen Leserschaft gerecht zu werden und gleichzeitig die Spannung für den dritten Teil aufrechtzuerhalten, ohne langatmig zu werden, darf man mit Fug und Recht behaupten, Emmy Abrahamson ist es vortrefflich gelungen. Und das ganz ohne Horror und Crime. Na ja, kommt drauf an, was man unter Horror versteht.

Also Emmys Heldin, Filippa Karlsson hätte da bestimmt eine sehr eigenwillige Definition von Horror zu bieten. Ihr ganzes Leben besteht in gewisser Weise aus Horrormomenten, aus denen sie sich irgendwie herauswinden muss. Wie kommt sie aber auch immer wieder in solche Situationen? Ein Paradebeispiel gibt es gleich am Anfang des zweiten Teils der Trilogie. Wir wissen aus Band eins, dass Filippa die Aufnahme an der Royal Drama School of London geschafft hat. Unglaublich. Aber wahr.

Alles neu für Filippa

Ja, Filippa muss es sich immer wieder selbst vorsagen, um es wirklich glauben zu können. Und dass sie es geschafft hat, ist nicht nur irgendein persönlicher Meilenstein in ihrem Lebenslauf, nein, der Fakt, dass sie dabei ist, interessiert gleich ihr ganzes Land, denn keine geringere Zeitung als das Aftonbladet mit 2,8 Millionen Lesern schickt ein Reporterteam nach London, um ein Interview mit Filippa zu machen, der ersten Schwedin überhaupt, die es an die „Roydram“ geschafft hat.

Mann, muss die was auf dem Kasten haben, werden sich Journalistin Lotta und ihr Fotograf Thomas wohl denken, als sie sie in einem Café zum Interview-Termin treffen. Im Endeffekt sind Lotta und Thomas weit lockerer drauf als Filippa. Für sie ist alles neu und als Thomas sie darum bittet, für ein aussagekräftiges Foto Freude jubelnd von einer Treppe zu springen, versagt sie total und wird unfreiwillig zur Touristenattraktion japanischer London-Besucher.

Ja, so ist Filippa. Schusselig, aber lieb, einfach Mensch mit Stärken und Schwächen, aber dem Herz immer auf dem rechten Fleck. Was man ja von andern Protagonisten in dem Buch nicht behaupten kann. Ein herrliches Lesevergnügen. Und im März soll Band drei rauskommen. Hurra!

  • Emmy Abrahamson: „Go for it! Wie ich London die Schau stahl (oder London mir)“ sowie Band 1 „Mind the gap! Wie ich London packte (oder London mich)“, DTV-Verlag, 299 Seiten, 13,40 Euro. Band 3 „Make it big! Wie ich London schaffte (oder London mich)“ erscheint im März.

von Götz Schaub

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