Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Festliche Pracht mit vielen Tänzern

Bolschoi Staatsballett Belarus Festliche Pracht mit vielen Tänzern

Mit wunderschönen Kostümen, vielen Tänzern und einem stimmigen Bühnenbild mit großem Weihnachtsbaum zeigte das Bolschoi Staatsballett Belarus Tschaikowskys „Nussknacker“.

Voriger Artikel
Freude und Glanz im Advent
Nächster Artikel
Standing Ovations im Gotteshaus

Das Bolschoi Staatsballett Belarus begeisterte das Publikum in Marburg mit wunderschönen Kostümen und großen Tanzszenen. Für die vielen Tänzer war bisweilen selbst die große Bühne der Stadthalle zu klein.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Große Handlungsballette wie „Der Nussknacker“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky­ passen hervorragend in die Weihnachtszeit. Das russische Ballett wurde in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1892 in St. Petersburg uraufgeführt. Seither ist es von den Bühnen der Welt nicht mehr wegzudenken.

Nach dem Umbaus des Erwin-Piscator-Hauses konnte nun auch in Marburg wieder ein großes Ballett gezeigt werden. Allerdings erwies sich die Bühne immer wieder als knapp bemessen für die vielen Tänzerinnen und Tänzer des Bolschoi Staatsballetts Belarus. Zeitweise füllten mehr als 30 Tänzer die Bühne. Beim Schneeflocken-Walzer am Ende des ersten Aktes wurde die kleine Nussknacker-Puppe, die unter dem großen ­bunten Weihnachtsbaum stand, von einer der Tänzerinnen umgeschmissen.

Doch es war eine Pracht, die vielen Tänzer der weißrussischen Ballettkompanie in ihren­ aufwändigen, dem Barock nachgeahmten Kostümen zu sehen. Das Bolschoi präsentierte eine kitschig schöne Inszenierung von Tschaikowskys „Nussknacker“ nach Alexandre Dumas‘ Version des Märchens von E.T.A. Hoffmann, wie es sie das Publikum erwartet und liebt. Auch in Marburg waren die Zuschauer im fast ausverkauften Haus hingerissen und spendeten am ­Ende langen lauten ­Applaus und bejubelten immer wieder die Tänzer bei ihrer Verbeugung.

Bolschoi Staatsballett Belarus in der Marburger Stadthalle (EPH). Foto: Thorsten Richter (thr)

Zur Bildergalerie

Allen voran natürlich die Solisten Jana Schtangei als Marie, die zusammen mit Jegor Azarkewitsch als Prinz ein hinreißend süßes Paar bildete. Schtangeis­ luftig weite Röcke sorgten bei den hervorragenden Hebe­figuren perfekt für das typische Ballerina-Bild. Azarkewitsch sah dagegen im pastellfarbigen Prinzengewand mit hellblonder Perücke eher aus wie Barbies Ken.

Äußerst wandlungsfähig und mindestens genauso talentiert zeigte sich Dmitrij Schemet als Rat Drosselmeier. Beim Kampf zwischen den Mäusen und der Armee der Zinnsoldaten und Ballerina-Puppen schlüpfte er geschwind mit anderen Accessoires in eine neue Rolle und zeigte sich mit beeindruckender Präsenz als Mäusekönig und Strippenzieher des Märchens.

Schwierige Figuren auf internationalem Niveau

In manchen Dingen scheint es die Kompanie des Bolschoi Staatsballetts Belarus jedoch nicht ganz so genau zu nehmen. So wurde im Programmheft ­
Marius Petipa als ursprünglicher Choreograph dargestellt, obwohl dieser beim „Nussknacker“ krankheitsbedingt die Choreographie Lew Iwanow überließ und sich stattdessen um das Libretto kümmerte.

Auch der im Vorfeld groß angekündigte hohe Wert an Ästhetik der goldenen Epoche der Tanzkunst wurde nicht immer exakt eingehalten. Das lag nur an Kleinigkeiten im Detail. Aber Tschaikowskys Ballette sind nun mal für ihre Präzision und Genauigkeit bekannt. Wenn etwa beim Blumenwalzer – bei dem Sterne und Kerzen, aber keine Blumen tanzten – die Synchronität nicht genau gegeben war, fiel das eben auf.

Die Interpretation von Choreographin Alexandra Tichomirowa hatte auf jeden Fall einen hohen athletischen und tänzerischen Anspruch, wie der „Arabische Tanz“ zeigte, der an die die vier Tänzerinnen sehr große Anforderungen stellte.

Auch beim wunderbaren „Pas de deux“ mit Marie und ihrem Prinzen zeigten die Tänzer viele schwierige Hebefiguren, wofür es immer wieder Zwischenapplaus gab. Hochkonzentriert tanzten­ Jana­ Schtangei und Jegor Azarkewitsch, beide Preisträger bei internationalen Ballettwettbewerben, auf einem sehr ­hohen Niveau. Bei ihren folgenden Solopartien zeigten sie elegant ihr enormes Können und wurden jeweils mit viel Applaus belohnt.

von Mareike Bader

 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr