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Festliche Klänge für guten Zweck

Benefizkonzert in der Elisabethkirche Festliche Klänge für guten Zweck

Mit einem stimmungsvollen Barockkonzert spielte die Philharmonie Merck in reduzierter Streichorchesterform in der Elisabethkirche zu Gunsten der Flüchtlingshilfe im Nordirak von Terra Tech vor gut Zuhörern.

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Das Streichorchester der Philharmonie Merck spielte in der Elisabethkirche ein barockes Adventskonzert zu Gunsten von Terra Tech.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Fatto per la notte di Natale“ – gemacht für die Christnacht – lautete das Motto des Konzertes und auch des ersten Stückes, das die Musiker unter der Leitung der Konzertmeisterin Margret Faultless präsentierten.

Ruhig wirkte Corellis Werk, dessen feierlicher Ton hervorragend zu den anstehenden Feiertagen passte. Besonders der letzte Satz, die wunderschöne Pastorale, begeisterte nicht nur durch ihren eingängigen Wiegerhythmus. Wunderbar ergänzte sich Kessler am Cembalo mit Faultless an der Geige sowie Flötistin Veronika Fuchs und Patrick Flanaghan an der Oboe.

Eine wunderbar sinnliche Stimmung

Im freudigen zweiten Satz etwa pausierte das Orchester während der Solo-Passagen, so dass die vier Musiker im Mittelpunkt standen und die feine Art, wie sie miteinander musizierten, wunderschön zur Geltung kam. So spielten sich die beiden Holzbläser mit feinen Verzierungen in die Höhe, während Faultless mit ihrer tief gespielten Geige, statt der Viola d‘Amore, dazu ein Gegengewicht bildete.

Wirklich weihnachtlich war das Konzert abgesehen vom bekannten Concerto grosso von Arcangelo Corelli zwar nicht, das Publikum wurde aber in eine wunderbare sinnliche Stimmung versetzt. Das lag auch am zurückhaltenden Klang des Streichorchesters, das durch Christine Kessler am Cembalo ergänzt wurde und so den passenden barocken Unterton bekam.

Der feine Klang des Cembalos kam besonders beim Brandenburgischen Konzert Nr. 5 von Johann Sebastian Bach fantastisch zur Geltung – auch außerhalb der Solopassagen, wie der auf 65 Takten ausgeprägten Solo-Kadenz im ersten Satz. Die durchgehenden Bewegungen waren gut herauszuhören und es war durchweg bewundernswert, wie Christine Kessler den schwierigen Cembalo-Part meisterte.

Stark ausgeführte Geigenparts

Das Brandenburgische Konzert Nr. 5 gilt quasi als erstes Cembalokonzert überhaupt, auch wenn es damals so noch nicht bezeichnet 
 wurde. Die ausgefeilten Passagen und der Fokus auf das „Zupfklavier“ zeugen jedoch von Bachs Leidenschaft für das Cembalo, das er selbst meisterlich beherrschte.

Bei den rhythmischen „Les Caractères de la Danse“ von Jean-Féry Rebel begeisterten die Musiker mit der geschickten Interpretation der verschiedenen angespielten historischen Gesellschaftstänze, die typisch für das Barock in einer Suite verarbeitet wurden. Besonders auffällig waren die vom französischen Violinisten und Komponisten stark ausgeführten Geigenparts (Foto: Hoffsteter) sowie die Einbindung der Oboe, die sich in den ersten Tänzen noch kaum bemerkbar in den Gesamtklang des Orchesters einfügte.

Mit der besonders prachtvollen Suite Nr. 3 in G-Dur aus der „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel ging das Konzert zu Ende. Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus und wurde mit einer kleinen Wiederholung aus der Suite belohnt.

„Die Unterstützung für den Nordirak ist toll“, freute sich Christian Schmetz von Terra Tech über das Gastspiel des Streichorchesters aus Darmstadt. In Kooperation mit der chaldäischen Kirche unterstützt Terra Tech 400 Familien in Kirkuk und 600 Familien in Sulaimaniya. Eigentlich waren 50 Freikarten für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt worden, doch die Nachfrage war nur sehr gering, bedauerte Schmetz.

von Mareike Bader

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