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Festivalpreis geht an Danstheater AYA

Hessische Kinder- undJugendtheaterwoche Festivalpreis geht an Danstheater AYA

Strahlende Gesichter bei dem KUSS-Festivalteam des Hessischen Landestheaters und bei Wies Bloemen vom Danstheater AYA: Der Festivalpreis ging am Samstagabend an das Ensemble aus Amsterdam.

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Die Amsterdamer Choreografin Wies Bloemen reckt den Blumenstrauß in die Höhe: Victoria Schmidt (von links) und Clara Driehsen von der Jury sowie Jürgen Bandte vom Freundeskreis des Hessischen Landestheaters haben ihr gerade den Festivalpreis überreicht. Der zweite Preis ging an das Puppenstück „Buh!“ der Compagnie Les Voisins.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. In der wieder ausverkaufen Black Box des Hessischen Landestheaters nahm die Choreografin Wies Bloemen am Samstag freudestrahlend den mit 2000 Euro dotierten 1. Preis der 19. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche KUSS aus den Händen von Jürgen Bandte, Vorsitzender des Freundeskreises des Hessischen Landestheaters, entgegen. „Es ist mein erster Preis überhaupt“, sagte sie und reckte den Blumenstrauß in die Luft. „Ich bin sehr bewegt und fühle mich sehr geehrt.“

Die achtköpfige, diesmal komplett weiblich besetzte Jury, bestehend aus fünf Kindern und Jugendlichen sowie drei Erwachsenen, hat den Preis dem Danstheater AYA aus Amsterdam für die Produktion „Eerste Keer“ (ab 13 Jahren) zuerkannt. AYA war zum dritten Mal in Marburg zu Gast und ist ein sehr würdiger Preisträger.

In der Begründung der Jury heißt es: „Die erste körperliche Begegnung, der erste Kuss, die erste Enttäuschung, die Entdeckung der eigenen Sexualität und die damit verbundenen Ängste, Sehnsüchte und Hoffnungen - kurz, das erste Mal. Acht junge Frauen und Männer treffen aufeinander, mal laut, mal leise, mal zärtlich und sanft, mal aggressiv und fordernd. Street Dance trifft auf Modern Dance. Die Tänzerinnen und Tänzer erzählen sinnlich, energetisch und vor allem authentisch Geschichten rund um das erste Mal und kommen dabei fast ohne Worte aus. Der Schmerz einer enttäuschten Liebe wird körperlich sichtbar. Wies Bloemen und ihre Tänzerinnen und Tänzer haben ein mitreißendes Stück geschaffen, dass das, was Jugendliche oft schwer in Worte fassen können, in eine großartige Körpersprache übersetzt.“

Auf den 2. Platz wurde die Compagnie Les Voisins aus Luguniat (Frankreich) mit ihrem Puppen-, Schatten- und Schauspiel „Buh!“ (für Kinder ab 5 Jahren) gewählt, den 3. Platz belegte das Hessische Landestheater Marburg mit „Das Buch von allen Dingen“ (ab 9 Jahren) von Guus Kuijer.

Der Festivalpreis wurde zum 17. Mal vom Freundeskreis des Hessischen Landestheaters gestiftet.

So ging am Samstag feierlich ein mitreißendes Festival zu Ende. Festivalleiter Jürgen Sachs vom hessischen Landestheater war rundum zufrieden: „Wir hatten eine Auslastung von über 98 Prozent; bis auf zwei Abendstücke, wo es noch Restkarten gab, waren alle Vorstellungen ausverkauft.“ Rund 2500 Zuschauer sahen 20 ausgewählte Produktionen aus fünf Ländern. Das Spektrum war groß: Es reichte von Produktionen für Kleinkinder bis hin zu Stücken für Jugendliche und Erwachsene. Sachs betonte den „hohen Qualitätsstandard“ der Festivalproduktionen und auch bei den Theatern der Landesarbeitsgemeinschaft Süd-West, der auch das Hessische Landestheater angehört, sei ein „Entwicklungsschub“ festzustellen. Marburgs Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach sagte, die Woche habe gezeigt, dass es sich lohne, so geballt Kinder- und Jugendtheater anzubieten. Landrätin Kirsten Fründt hob das zweite Standbein des Festivals vor: Workshops erreichten in diesem Jahr mehr als 1550 Schülerinnen und Schüler im gesamten Kreisgebiet.

Matthias Faltz, Intendant des Hessischen Landestheaters, sagte: „Es war ein tolles Festival. Die Budgets dürften aber noch einmal überdacht werden.“ Geht es nach ihm, wird das Festival künftig noch internationaler. Wie die Geldgeber, das Land Hessen und die Stadt Marburg, reagieren, wird sich zeigen. Kerstin Weinbach sagte, sie werde sich in den Haushaltsberatungen für das Festival einsetzen. Für das Land Hessen verfolgte der Theaterreferent Albert Zetsche das Festival, der auch im Aufsichtsrat des Landestheaters sitzt.

Die Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche endete nach der Preisverleihung mit dem aberwitzigen Puppentheater „Heiße Wammer“ des Weiten Theaters Berlin. In einem Hochhaus am Rhein fallen Gangster, Ex-Polizeipräsident Hagen, ein Mini-Drache und Nibelungen auf der Suche nach einem Schatz übereinander her. Phänomenal: Nur zwei Spieler führen eine Vielzahl von Puppen, steuern Fenster, Türen und einen supermodernen High-Tech-Gefrierschrank.

von Uwe Badouin

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