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Festival-Preis geht nach Belgien

Kinder- und Jugendtheaterwoche Festival-Preis geht nach Belgien

Am Samstag endete im Theater am Schwanhof das Festival „Kuss - kuck! schau! spiel!“ mit der Verleihung des Festivalpreises und der witzigen Aufführung „Das große Buch“.

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Jürgen Bandte (von rechts) übergab des Festivalpreis an Patrick Huysman und Susan Yeates von der Compagnie Sac à Dos für das Stück „Das Mädchen vom Mond“.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Nicht immer gewinnen große, aufwendige Produktionen: Der mit 2000 Euro dotierte Festivalpreis der 21. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche „KUSS - kuck! schau! spiel!“ geht an die Compagnie Sac à Dos aus Brüssel. Die Belgier überzeugten die siebenköpfige Jury aus vier Jugendlichen und drei Erwachsenen mit ihrer kleinen Produktion „Das Mädchen vom Mond“ für Kindergartenkinder.

„Die Compagnie Sac à Dos, bestehend aus einer Darstelle­rin und einem Darsteller, fasziniert sowohl die jungen Zuschauer als auch ihre erwachsenen Begleiter. Das surreale Spiel mit Puppen und Objekten lässt eine magische Welt entstehen, in der alles möglich wird: Freundschaft trotz Andersartigkeit und die Überwindung von eigentlich unüberbrückbaren Entfernungen. Die Darsteller treten sowohl miteinander als auch mit ihren Puppen in Interaktion - das ist witzig, kurzweilig und anrührend. Aus wunderbaren Requisiten und einer liebevollen Ausstattung entsteht ein eigenes Universum“, heißt es in der Begründung der Jury.

Platz zwei geht an das Staatstheater Kassel für Dieter Klinges Inszenierung „Huck Finn“ nach dem Roman von Mark Twain. Den dritten Platz sicherte sich das Theaterhaus Ensemble Frankfurt mit „Patricks Trick“ von Kristo Šagor.

Für Festivalleiter Jürgen Sachs war die 21. Hessische Kinder- und Jugendtheater­woche „eine besonders runde Sache“: „Es hat von vorne bis hinten alles gestimmt.“ Sachs hob die tolle Atmosphäre im Festivalteam und bei den komplett ausverkauften Vorstellungen hervor.

"Wir hassen euch", weil "so viel gute Stücke"

Zudem sei das Niveau der 18 Produktionen in diesem Jahr enorm hoch gewesen. Das hatte der Festivalleitung zuvor auch die Jury attestiert - wenn auch auf ungewöhnliche Weise: „Wir hassen Euch“, meinte die Jury mit Witz, weil „so viele gute Stücke“ den Juroren die Arbeit enorm schwer gemacht hätten.

Gestiftet wurde der Festivalpreis zum 19. Mal von den Mitgliedern des Freundeskreises des Hessischen Landestheaters Marburg. Dessen Vorsitzender Jürgen Bandte lobte die Arbeit der Jury, die in einer Woche 18 Stücke habe beurteilen müssen. Er ist sich sicher: „Nur unsere Jury kann den wahren Gewinner ermitteln.“

Intendant Matthias Faltz und Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach würdigten ebenfalls die soziale und politische Bedeutung des Theater-Festivals. Faltz sagte: „Der spielerische Umgang mit Themen wie Flüchtlingsthematik, Rechtsruck und die Sorge um die Demokratie zeigt: Man kann im Theater etwas tun.“

Das Festival endete nach der Preisverleihung mit einem Gastspiel des Theaterhaus-Ensembles aus Frankfurt. Aus Franz Hohlers „Das große Buch“ haben Regisseurin Elisabeth Gabriel und die vier Darsteller Uta Nawrath, Susanne Schyns, Günther Henne und Michael Meyer mit einfachen Mitteln fünf wunderbar groteske und doppelbödige Geschichten des Schweizer Autors auf die Bühne gebracht. Mal ging es um ein Spaghetti-Mädchen, das von einem Werbebild in eine andere Welt entführt wird, mal um die Jagd nach einem Goldschatz quer durch Frankfurt, mal um die Kleidung von Herrn Zogg, die ohne ihn zur Arbeit geht, mal um eine dumme Lawine, die lieber Leben rettet, mal um eine Frau, die heimlich die Leinentücher ihrer Kinder isst.

  • Der Termin für die 22. Hessische Kinder- und Jugend­theater­woche steht bereits fest: Sie beginnt am 17. März 2017.

von Uwe Badouin

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