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„Gesungen und getanzt wird leider auch“

„Ferienbande“ im KFZ „Gesungen und getanzt wird leider auch“

Vier jugendliche Ermittler und ein Hund treffen auf eine Baronin, die vom Hai gefressen wird, malayische Tuckentukane und bulimische Youtube-Sternchen – willkommen bei der „Ferienbande“.

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Das Publikum im KFZ ging mit der „Ferienbande“ auf eine mörderische Kreuzfahrt.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Julian und Dick, Anne und George und Timmi der Hund, wir sind die besten Freunde, ja...?“ Nein. Es sind nicht die berühmten „Fünf Freunde“, die da am Freitag im KFZ zu Gast waren und von ihren Abenteuern auf hoher See berichteten, es ist die „Ferienbande“: Bernd, Baul, Bröckchen, Babsi und Bambi. Aber deren Existenz gründet sich natürlich auf alten Hörbuch-Helden wie die „Fünf Freunde“, „TKKG“ oder „Die drei ???“. Was vor allem in den 80er-Jahren absoluter Kult war, wird nun durch den Kakao gezogen. „In liebevoller Weise“, beteuern die Akteure.

Alles begann im Sommer 2003. Die Radio-Comedians Kai Schwind und Sven Buchholz entwickelten zusammen mit Autorin Katrin Wiegand die „Ferienbande“, die eigentlich nur als sechsteiliges Special für die Jugendwelle des Hessischen Rundfunks geplant war. Vierzehn Jahre und viele Detektiv-Geschichten später sind die beiden zusammen mit Chris Peters und Matthias Keller auf der Bühne bereits mit ihrem vierten Live-Hörspiel unterwegs. „Gesungen und getanzt wird leider auch“, warnt die Truppe und macht alle Androhungen wahr.

Weder jugendfrei noch politisch korrekt

Kaum haben Anführer Bernd, das sächselnde Superhirn Baul, das verfressene Bröckchen, Quotenmädchen Babsi und Bambi, der Hund, einen „Pseudo-Reklame-Show-Fall“ in einem Möbelhaus absolviert, geht es zur Belohnung auf Kreuzfahrt. Dort wartet allerdings mitnichten Erholung, sondern der nächste echte Fall. Erst wird einer exzentrischen Baronin Schmuck gestohlen und dann wird sie von einem Hai gefressen. Und youtube-Star Selina, zunächst tatverdächtig, endet ebenfalls tot, an den Extensions am Sonnensegel aufgeknüpft.

Von der Rollenaufteilung bis hin zu charakteristischen Formulierungen lässt die „Ferienbande“ die Hörbücher der 80er wieder auferstehen. Allerdings wird kräftig überspitzt, persifliert und parodiert – auch mit Sprüchen, die weder jugendfrei noch politisch korrekt sind.

Da verschwindet Babsi mit dem Steward namens Stuart in der Kabine und lässt das Publikum später explizit wissen, was hinter dem fliegenden BH gelaufen ist. Und Kommissar Tappert verdächtigt über seinem Schirmchen-Cocktail erst mal alle von den syrischen Flüchtlingen über die „zwei Neger“ bis hin zur „fetten Zigeunerin“.
Die Fans erleben einen Abend voller aberwitziger Hörspiel-Ideen. Virtuos werfen sich die vier in ihre Rollen – französischer Akzent, Kapitänsmütze und der obligatorische Ring Fleischwurst inklusive.

von Nadja Schwarzwäller

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