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Fechtduelle auf dem Marktplatz

Marburger Theatersommer Fechtduelle auf dem Marktplatz

Mit vollem Körpereinsatz bot das Ensemble des ­Hessischen Landestheaters auf dem Marktplatz 
einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf den kommenden Marburger Theatersommer.

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Die Degen klirren beim Fechttraining auf dem Marktplatz.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Gefährlich scheppern die Degen im Kampfgetümmel gegeneinander, Kampfschreie schallen über den vorher so geruhsamen Marktplatz, schwere Bässe verleihen der ganzen Szenerie eine ebenso unheimliche wie spektakuläre Atmosphäre.

Wutentbrannt werfen sich die Krieger dem Helden entgegen, dringen bewaffnet auf den Meisterkämpfer ein, wundersamerweise wirft er sie alle zurück, der Geschichte nach gleich 100 von ihnen – na gut, in Marburg sind es ein Dutzend. Sie alle werden von dem Vorzeigekämpfer Cyrano de Bergerac (gespielt von Daniel Sempf) bezwungen.

Die Nase als Zielscheibe für Hohn und Spott

Seine Geschichte kennen wohl die meisten Theaterfans, der begabte Fechter und Dichter aus dem 17. Jahrhundert mit dem überdimensionalen Riechorgan ist spätestens seit der Verfilmung mit Gérard Depardieu ein Publikumsmagnet. Der große Held hat ein ebenso großes Problem: So gewandt er mit Degen und Sprache auch ist, das Monstrum von Nase in seinem Gesicht ist ihm stets im Weg, ist Zielscheibe für Hohn und Spott.

Cyrano hält sich für entstellt, sein Komplex hindert ihn daran seiner Herzensdame näher zu kommen. Denn er ist schwer verliebt in die schöne Cousine Roxanne, traut sich jedoch nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Auf Roxanne hat auch der nicht gerade mit Geistesgaben gesegnete, aber attraktive Kollege Christian von Neuvillette ein Auge geworfen.

Gegen ihn meint Cyrano keine Chance zu haben, aus seiner Verzweiflung heraus hilft er ihm auch noch, das Herz der Geliebten zu erobern, leiht ihm dazu sein lyrisches Geschick. Mit Erfolg: Die süßen Worte, die doch die seinen sind, berühren das Herz der Angebeteten. Doch sie scheint für Cyrano verloren. „Denn auf den Lippen, die Roxanne dort entflammen, küsst sie die Worte, die von mir ja stammen!“, klagt er.

Sein großes Herz und sein trickreicher Wortwitz bringt beide Gascogner Kadetten an die Kriegsfront. Auch von dort aus verfasst Cyrano zahlreiche Liebesbriefe im Namen des Konkurrenten. Die bezauberte Roxanne eilt dem vermeintlichen Urheber hinterher, gesteht ihm ihre Liebe zu seinen geborgten inneren Werten. Beschämt sucht der den Tod in der Schlacht. Erst fünfzehn Jahre später gesteht Cyrano seiner Geliebten im Todeskampf die Wahrheit. Doch ein Happy End bleibt dem großen Helden verwehrt.

Proben laufen seit wenigen Wochen

In seinem 1897 uraufgeführten Versdrama mischt Autor Edmond Rostand Komik und Tragik. In der zitat- und pointenreichen Geschichte findet sich ein breites Spektrum der französischen Literatur des 17. Jahrhunderts, bekannte Persönlichkeiten treten auf und werden durch den Kakao gezogen. Ab Ende Mai bringt das Hessische Landestheater das Stück auf die geräumige Freiluftbühne vor dem Marburger Rathaus. Die Zuschauer erwartet eine romantische Liebesgeschichte, ein poetisches Drama mit schreiend komischen Szenen und eindrucksvoller Fechtkunst.

Seit wenigen Wochen erst proben die Darsteller. „Es ist ein ebenso wunderbares wie aufwendiges und sehr textlastiges Stück“, lobt Regisseur Jens Kerbel seine Truppe. Und die hat bei den Proben auf der Bühne vor dem Marktplatz sichtlich Spaß an den brisanten, tragischen und amüsanten Szenen.

Unterstützt wird das neunköpfige Ensemble von den Mitgliedern der Fechtabteilung des VfL Marburg, die sich als Statisten an der Inszenierung beteiligen und für eine sehr ansehnliche Fecht-Choreographie sorgen.
Premiere feiert das Stück am 27. Mai. Bis Mitte Juni sollen zwölf weitere Auftritte folgen.Die Aufführung am 29. Mai ist eine Benefizveranstaltung der Oberhessischen Presse.

von Ina Tannert

 
Gewinnspiel

Die Oberhessische Presse lobt zu ihrem 150-jährigen Bestehen gemeinsam mit dem Hessischen Landestheater Marburg ein Gewinnspiel aus. Um mitzumachen muss man wie Cyrano de Bergerac schmachten und einen Liebesbrief mit maximal 150 Worten an die OP schreiben. Eine Jury wird die schönsten Briefe aussuchen.

Hauptgewinn ist ein Romantikwochenende für zwei Personen mit zwei Eintrittskarten für die OP-Benefizveranstaltung von „Cyrano de Bergerac“ am 29. Mai. Der zweite Preis ist ein Candle-Light-Dinner, der dritte ein Blumengutschein. Als vierten bis achten Preis erhält man je zwei Karten für den OP-Theaterabend am 29. Mai.

Die Liebesbriefe gehen an die Oberhessische Presse, Vertrieb, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg oder per Mail an ­gewinn@op-marburg.de.

 
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